2016 Verkehrssicherheit152016 Verkehrssicherheit55A2016 Verkehrssicherheit73ls der Fahrer des roten Golf das Fahrrad bemerkt, ist es zu spät. Keine Chance zum Bremsen. Keine Chance zum Ausweichen. Keine Chance für den Radler. 50 Stundenkilometer stehen auf dem Tacho, es kracht heftig. Der Radfahrer fliegt über die Motorhaube, sein Kopf lässt die Windschutzscheibe splittern. Der Körper donnert anschließend gegen das Dach. Als das Auto endlich steht, rutscht der Mann auf die Straße. Bleibt mit merkwürdig verdrehten Gliedmaßen regungslos liegen. Das restlos zerbeulte Fahrrad kratzt noch einige Meter über den Asphalt, dann ist (Toten-?)Stille. Einige der Passanten haben sich unwillkürlich weggedreht, andere schauen erschrocken. Was wird die Zeitung morgen melden:

Verkehrsunfall mit Todesfolge? In diesem Fall nicht. Denn der Horror-Crash auf dem Platz vor der Feuerwehr ist gestellt, das Verkehrsopfer zum Glück nur ein Dummy und der Golf stammt von der Autoverwertung Bentler, zur Schule transportiert von KFZ Sombecke. „Viele können sich nicht vorstellen, welche Kräfte bei so einem Unfall wirken und wie schwer die Verletzungen sein können“, sagt Peter Mill´e von der Verkehrswacht Minden. „Deswegen zeigen wir ihnen das hier.“ Ohne viele Worte.

2016 Verkehrssicherheit572016 Verkehrssicherheit79Gemeinsam mit seinem Kollegen Lars Rodenberg demonstriert er den Schülerinnen und Schülern der Kaufmännischen Schulen im Rahmen der Verkehrssicherheitswoche eindrucksvoll, wie sich das Leben innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde ändern kann. Für Opfer und Verursacher.
Das wird auch denen bewusst, die in einem gelben Cabrio Platz nehmen und eine Ausfahrt ins Grüne unternehmen dürfen. Freiluft-Vergnügen mitten in der Aula. Klasse. Allerdings ist eher An- als Entspannung angesagt, denn am Straßenrand lauern Gefahren. Etwa ein Kind, das unversehens auf die Fahrbahn läuft. Zwar nur auf der Leinwand - aber wie war das noch mit Reaktionszeit und Bremsweg und Anhalteweg im wirklichen Autofahrer-Leben? Auch wer die Formel nicht mehr parat hat: Vorausschauendes Fahren lässt Menschen länger leben.
Das gilt ebenso einige Meter weiter auf dem Zweirad-Simulator. Da schafft es eine Schülerin mit ihrem Roller so gerade noch vor einem kreuzenden Sattelzug anzuhalten. Trotzdem „Tilt“. „Wieso das denn?“ lautet die entrüstete Frage. „Vorderrad blockiert, Sturz“, kommt die knappe Computer-Antwort. Die Tipps der (lebendigen) Experten aus Minden stoßen bei den Schülerinnen und Schülern auf offene Ohren, kommen doch viele per Zweirad zur Schule – mit und ohne Motor.
Die Sinne schärfen für das richtige Verhalten im Straßenverkehr, das können die Klassen an vielen weiteren Infostationen. Die Welt steht Kopf am Überschlag-Simulator. Was mit einer sanften Drehung beginnt, endet schließlich auf dem Dach und entlockt den Passagieren so manches Mal einen erschrockenen Schrei. Kopfüber in den Gurten hängend sich zu befreien, das muss schon geübt werden. Sonst wird das Auto schnell zur Falle. Während die Schülerinnen und Schüler aus dem umgestürzten Pkw krabbeln, knallt es nebenan in regelmäßiger Reihenfolge. Schon einmal mit knapp 50 km/h gegen ein Hindernis geprallt? Mit dem Gurtschlitten darf es nachempfunden werden. „Krass“, sagt ein Schüler nach überstandenem Crash. Klar geworden ist, dass das richtige Anlegen des Gurtes das Überleben sichert. Und das korrekte Verstauen von Gegenständen. Denn eine 12-Kilo-Getränkekiste entwickelt beim Aufprall die Kraft von 600 Kilogramm. Die verursachen mehr als nur Nackenschmerzen.
Und was soll das Dunkelzelt der Kreisverkehrswacht Steinfurt? Die mit reflektierender Kleidung ausgestattete Puppe ist doch gut zu sehen? Bloß die erwachsene, dunkel ausstaffierte Begleitperson in der anderen Ecke, die entdeckt jeder im Schein der Taschenlampe erst nach mehrmaligem Hinschauen. Reflektoren an Kleidung und Rädern können Leben retten, das korrekt eingestellte und nicht blendende Licht am Fahrrad übrigens auch. Diese Erkenntnis liegt Organisator Thomas Miethe am Herzen. „Gerade vor einigen Tagen ist in Horstmar in der Dunkelheit ein Fußgänger von einem Auto tödlich verletzt worden.“ Für ihn steht fest: „Auffällige Kleidung ist ein Muss, gerade in der dunklen Jahreszeit.“
Sehtest und Parcours mit Rauschbrille am Barmer GEK-Stand, Überprüfung des eigenen Reaktionsvermögens durch die Landesverkehrswacht NRW, alles möglich im Rahmen der Verkehrssicherheitswoche, die nun schon zum 28. Mal zum Nachdenken bringen soll. Immer mit dabei: die Kreispolizeibehörde Steinfurt. Mit Filmen und Fotos, bei denen der ein oder andere schon einmal kräftig schlucken muss, setzen die Beamten auf die Schockwirkung. Kurzfristig. Langfristig möchten sie erreichen, dass sich die Schülerinnen und Schüler Gedanken machen über Alkohol und Drogen am Steuer, über zu schnelles Fahren – und über den Blick aufs Handy bei 50 km/h. Denn als der Fahrer beim Wiederaufschauen den vorausfahrenden Radfahrer bemerkt, hat dieser keine Chance. Folgen? Siehe oben.

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