Seit mehr als 20 Jahren führen die Kaufmännischen Schulen in Rheine eine Verkehrssicherheitswoche durch. Die Beamten der Verkehrsunfallprävention zeigen den Schülerinnen und Schülern die dramatischen Folgen von unangepasstem Verhalten am Steuer eines Autos oder Motorades.

Zwar ist die Zahl der verunglückten jungen Männer und Frauen im Alter von 18 bis 24 Jahren, genau die Altersgruppe der Schülerinnen und Schüler an unserer Schule, im Jahr 2010 das dritte Jahr in Folge auf 690 Tote zurückgegangen, trotzdem ist jeder Verunglückte einer zu viel. Das Risiko der 18- bis 24-Jährigen, im Straßenverkehr ihr Leben zu verlieren, ist immer noch mehr als doppelt so hoch wie das durchschnittliche Risiko aller Altersgruppen.

Aus diesem Grund wird den Schülern auch immer wieder durch Crash-Vorführungen die Wirkung von zu hoher Geschwindigkeit deutlich gemacht und sie können an einem Fahrsicherheitstraining teilnehmen.

2018 Verkehrsicherheit12018 Verkehrsicherheit32018 Verkehrsicherheit9Mit zittrigen Händen versucht der Mann die Kerze anzuzünden. Die Flamme des Streichholzes flackert, geht fast aus. Es fällt ihm schwer, den Docht zu treffen, die Finger solange ruhig zu halten, bis die Kerze endlich brennt. Schließlich gelingt es ihm doch. Mit Tränen in den Augen lässt er sich zurück in das Sofa gleiten, klammert sich an seine Frau, die ebenfalls weint. Die Kerze brennt für den 33-jährigen Sohn. Sinnlos gestorben bei einem Verkehrsunfall. Der junge Mann musste einem Autofahrer ausweichen, der rücksichtslos bei Gegenverkehr mit überhöhter Geschwindigkeit gleich mehrere Autos überholt und viele Menschen gefährdet hatte. Der junge Mann verunglückte schwer, starb später im Krankenhaus. Der Unfallverursacher flüchtete, wird zurzeit immer noch von der Polizei gesucht. Per Video bitten die Eltern um Hinweise, damit der Flüchtige gefunden und bestraft werden kann.

Offline Polizei Muenster 208x3002017 Verkehrssicherheit12Lächerlich. Diese Aufgabe ist geradezu lächerlich. Auf einem überdimensionalen Blatt Papier an der Wand ist eine Straße in Schlangenlinien aufgezeichnet. Und Raphael soll dieser Spur mit einem dicken Stift folgen. So, als säße er in einem Auto. Lächerlich. Das schafft der Schüler aus der Handelsschule in weniger als sechs Sekunden. Super. Aber lächerlich. „Jetzt wird es schwieriger“, kündigt Frank Lösch von der Kreispolizeibehörde an. Nun soll Raphael auf einem Handy-Display eine Nachricht laut vorlesen und gleichzeitig den aufgemalten Parcours mit dem Stift abfahren. Der Schüler blickt abwechselnd auf das Handy, dann auf das Plakat. Alles geht langsamer, unkonzentrierter und auch nicht mehr so zielgenau. Über 22 Sekunden zeigt die Stoppuhr. ... (Bild links: Polizei Münster Bild rechts: Zeichenstunde mit Aha-Effekt: Die Fahrbahn verfolgen, gleichzeitig auf das Handy schauen und den Blick in den Rückspiegel richten, das klappt einfach nicht.)

2016 Verkehrssicherheit152016 Verkehrssicherheit55A2016 Verkehrssicherheit73ls der Fahrer des roten Golf das Fahrrad bemerkt, ist es zu spät. Keine Chance zum Bremsen. Keine Chance zum Ausweichen. Keine Chance für den Radler. 50 Stundenkilometer stehen auf dem Tacho, es kracht heftig. Der Radfahrer fliegt über die Motorhaube, sein Kopf lässt die Windschutzscheibe splittern. Der Körper donnert anschließend gegen das Dach. Als das Auto endlich steht, rutscht der Mann auf die Straße. Bleibt mit merkwürdig verdrehten Gliedmaßen regungslos liegen. Das restlos zerbeulte Fahrrad kratzt noch einige Meter über den Asphalt, dann ist (Toten-?)Stille. Einige der Passanten haben sich unwillkürlich weggedreht, andere schauen erschrocken. Was wird die Zeitung morgen melden:

2015 Verkehrssicherheit12015 Verkehrssicherheit2Einfach so in den Unterricht hineinplatzen und die Stunde stören - das geht gar nicht. Es sein denn, es handelt sich beim vorsichtig Anklopfenden um den Schulleiter, der kraft Amtes ausnahmsweise und zu einer besonderen Gelegenheit den Unterricht fünf Minuten früher beendet. Und wenn er dann auch noch ein Präsent in der Hand hält und seinen Kollegen Thomas Miethe mit Blumen im Schlepptau hat, dann wird schnell klar, dass das vorzeitige Ende einen wichtigen Grund haben muss. Denkt sich wohl auch Johannes Krage von der Kreispolizeibehörde, der gerade mit seiner Kollegin Susanne Hosch vor gleich mehreren Klassen steht und über Verkehrssicherheit spricht.