Seit mehr als 20 Jahren führen die Kaufmännischen Schulen in Rheine eine Verkehrssicherheitswoche durch. Die Beamten der Verkehrsunfallprävention zeigen den Schülerinnen und Schülern die dramatischen Folgen von unangepasstem Verhalten am Steuer eines Autos oder Motorades.

Zwar ist die Zahl der verunglückten jungen Männer und Frauen im Alter von 18 bis 24 Jahren, genau die Altersgruppe der Schülerinnen und Schüler an unserer Schule, im Jahr 2010 das dritte Jahr in Folge auf 690 Tote zurückgegangen, trotzdem ist jeder Verunglückte einer zu viel. Das Risiko der 18- bis 24-Jährigen, im Straßenverkehr ihr Leben zu verlieren, ist immer noch mehr als doppelt so hoch wie das durchschnittliche Risiko aller Altersgruppen.

Aus diesem Grund wird den Schülern auch immer wieder durch Crash-Vorführungen die Wirkung von zu hoher Geschwindigkeit deutlich gemacht und sie können an einem Fahrsicherheitstraining teilnehmen.

Offline Polizei Muenster 208x3002017 Verkehrssicherheit12Lächerlich. Diese Aufgabe ist geradezu lächerlich. Auf einem überdimensionalen Blatt Papier an der Wand ist eine Straße in Schlangenlinien aufgezeichnet. Und Raphael soll dieser Spur mit einem dicken Stift folgen. So, als säße er in einem Auto. Lächerlich. Das schafft der Schüler aus der Handelsschule in weniger als sechs Sekunden. Super. Aber lächerlich. „Jetzt wird es schwieriger“, kündigt Frank Lösch von der Kreispolizeibehörde an. Nun soll Raphael auf einem Handy-Display eine Nachricht laut vorlesen und gleichzeitig den aufgemalten Parcours mit dem Stift abfahren. Der Schüler blickt abwechselnd auf das Handy, dann auf das Plakat. Alles geht langsamer, unkonzentrierter und auch nicht mehr so zielgenau. Über 22 Sekunden zeigt die Stoppuhr. ... (Bild links: Polizei Münster Bild rechts: Zeichenstunde mit Aha-Effekt: Die Fahrbahn verfolgen, gleichzeitig auf das Handy schauen und den Blick in den Rückspiegel richten, das klappt einfach nicht.)

2016 Verkehrssicherheit152016 Verkehrssicherheit55A2016 Verkehrssicherheit73ls der Fahrer des roten Golf das Fahrrad bemerkt, ist es zu spät. Keine Chance zum Bremsen. Keine Chance zum Ausweichen. Keine Chance für den Radler. 50 Stundenkilometer stehen auf dem Tacho, es kracht heftig. Der Radfahrer fliegt über die Motorhaube, sein Kopf lässt die Windschutzscheibe splittern. Der Körper donnert anschließend gegen das Dach. Als das Auto endlich steht, rutscht der Mann auf die Straße. Bleibt mit merkwürdig verdrehten Gliedmaßen regungslos liegen. Das restlos zerbeulte Fahrrad kratzt noch einige Meter über den Asphalt, dann ist (Toten-?)Stille. Einige der Passanten haben sich unwillkürlich weggedreht, andere schauen erschrocken. Was wird die Zeitung morgen melden:

2015 Verkehrssicherheit1Wie war das nochmal: Reaktionsweg, Bremsweg, Anhalteweg?2015 Verkehrssicherheit2Dank für 16 Jahre „Einsatz“ an den kfm-Schulen: Th. Miethe (2.v.r.) und R. König (r.) danken J. Krage (li.).Einfach so in den Unterricht hineinplatzen und die Stunde stören - das geht gar nicht. Es sein denn, es handelt sich beim vorsichtig Anklopfenden um den Schulleiter, der kraft Amtes ausnahmsweise und zu einer besonderen Gelegenheit den Unterricht fünf Minuten früher beendet. Und wenn er dann auch noch ein Präsent in der Hand hält und seinen Kollegen Thomas Miethe mit Blumen im Schlepptau hat, dann wird schnell klar, dass das vorzeitige Ende einen wichtigen Grund haben muss. Denkt sich wohl auch Johannes Krage von der Kreispolizeibehörde, der gerade mit seiner Kollegin Susanne Hosch vor gleich mehreren Klassen steht und über Verkehrssicherheit spricht.

2014 Verkehrssicherheitswoche122014 Verkehrssicherheitswoche17Die Schülerinnen und Schüler schauen sich halb amüsiert, halb verdutzt an: „Was soll denn diese bescheuerte Frage?“ Karl Dömer hat sie gerade gestellt, und alle fragen sich, ob er sie wirklich ernst meint: „Würdet ihr von einem Zehn-Meter-Brett springen, wenn unten im Becken kein Wasser wäre?“ Natürlich nicht, ist doch wohl logisch. Das macht doch keiner. Wer ist denn schon so blöd? „Aha“, kommentiert der Hauptkommissar knapp die Antworten. Und reibt sich kurz das Kinn: „Und warum fahren dann immer noch so viele Leute ohne Gurt?“, setzt er nach.  „Wer nicht angeschnallt ist und mit etwa 70 Stundenkilometer gegen ein Hindernis knallt, der kann auch gleich vom Zehn-Meter-Brett auf die nackten Fliesen springen, das hat nämlich die gleiche Wirkung.“