Seit mehr als 20 Jahren führen die Kaufmännischen Schulen in Rheine eine Verkehrssicherheitswoche durch. Die Beamten der Verkehrsunfallprävention zeigen den Schülerinnen und Schülern die dramatischen Folgen von unangepasstem Verhalten am Steuer eines Autos oder Motorades.

Zwar ist die Zahl der verunglückten jungen Männer und Frauen im Alter von 18 bis 24 Jahren, genau die Altersgruppe der Schülerinnen und Schüler an unserer Schule, im Jahr 2010 das dritte Jahr in Folge auf 690 Tote zurückgegangen, trotzdem ist jeder Verunglückte einer zu viel. Das Risiko der 18- bis 24-Jährigen, im Straßenverkehr ihr Leben zu verlieren, ist immer noch mehr als doppelt so hoch wie das durchschnittliche Risiko aller Altersgruppen.

Aus diesem Grund wird den Schülern auch immer wieder durch Crash-Vorführungen die Wirkung von zu hoher Geschwindigkeit deutlich gemacht und sie können an einem Fahrsicherheitstraining teilnehmen.

2020 Verkehr6Das Statement von Hauptkommissar Andreas Kröger ist unmissverständlich: „Unfälle passieren nicht, sie werden verursacht.“ Und unter den Verursachern sind häufig junge Leute im Alter zwischen 16 und 24 Jahren. Der Anteil an der Bevölkerung im Kreis Steinfurt der 18- bis 24-Jährigen zum Beispiel liegt bei 8,3 Prozent. Aber diese Altersgruppe ist für jeden fünften Unfall verantwortlich. „Und deswegen seid ihr die Zielgruppe, die uns sehr am Herzen liegt“, verdeutlicht Kröger, warum er und seine Kolleg*innen Susanne Hosch, Frank Rogge und Frank Lösch, allesamt Verkehrs-Sicherheitsberater der Kreispolizeibehörde Steinfurt, eine Woche lang in unserer Schule zu Gast sind.

2018 IFK Verkehrssicherheit42018 IFK Verkehrssicherheit8Wenn die Premiere gelingt, kann guten Gewissens eine zweite Vorstellung folgen. Vorhang auf hieß es bereits in dieser Woche: Zum ersten Mal standen Susanne Hosch und Andreas Kröger, Verkehrssicherheits-Berater bei der Kreispolizeibehörde in Steinfurt, vor einer Internationalen Förderklasse. Dabei handelt es sich um Schülerinnen und Schüler, die ihre Heimat verlassen haben, geflohen sind oder vertrieben wurden und nun in Rheine die Kaufmännischen Schulen besuchen. Natürlich sind ihre Deutsch-Kenntnisse noch nicht sehr ausgeprägt, sie haben Schwierigkeiten beim Sprechen und beim Lesen. Und sie müssen sich in ihrer neuen Umgebung erst einmal zurechtfinden. Vor allem im Straßenverkehr - durchaus gefährlich, wenn die Hinweisschilder gar nicht erst verstanden werden. Oder die allgemeinen Regeln nicht bekannt sind. Daher hatten Klassenlehrerin Stephanie Morenz und Thomas Miethe, Verkehrssicherheits-Berater der Schule, beschlossen, sich die Präventions-Polizei ins Haus zu holen. Der Premieren-Unterricht klappte so gut, dass gleich ein Folgetermin für die nächste Vorstellung festgelegt wurde.

2019 IFK1Wenn der pädagogische Grundsatz gilt, dass Schüler*innen nicht nur für die Schule, sondern für das Leben lernen sollen, dann passt er hier wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Und das Besonders in diesem speziellen (Unterrichts-)Fall: Das Gelernte kann sogar Leben retten. Bereits zum zweiten Mal war Andreas Kröger, Verkehrssicherheits-Berater bei der Kreispolizeibehörde in Steinfurt, zu Gast in der Internationalen Förderklasse. Dort lernen Schüler*innen, die aus unterschiedlichen Gründen ihre Heimat verlassen mussten und nun unsere Schule besuchen. Ihre Deutsch-Kenntnisse sind noch nicht sehr ausgeprägt, sie haben Probleme beim Sprechen und Lesen. Und sie müssen sich in ihrer neuen Lebens-Umgebung erst einmal zurechtfinden. Dazu gehört auch der Straßenverkehr in Deutschland - durchaus gefährlich, wenn die Hinweisschilder gar nicht erst verstanden werden. Oder auch einfache Regeln nicht bekannt sind.

2019 Verkehrssicherheit252019 Verkehrssicherheit4Und jetzt? Für die beiden Schülerinnen im grünen A-Klasse-Mercedes steht die Welt gerade Kopf. Schlechte Noten? Gute Noten? Beides nicht. Liegt wohl eher daran, dass das Wagendach nach unten zeigt und der Benz alle vier Räder gen Himmel streckt. Verkehrsunfall mit Überschlag. (Straßen-)verkehrte Welt. Keine angenehme Perspektive. Und jetzt? Der Gurt sitzt Gott sei Dank stramm, bewahrt das Damen-Duo vor schlimmen Verletzungen und hält sie in Position. Keiner angenehmen allerdings. Ich bin Unfallopfer, holt mich hier raus. Aber wie? Das Gurtschloss geht unter Druck nicht auf. Soll es auch nicht. Und jetzt? Also dann selber Druck ausüben. Beide pressen die Hände gegen das Dach, entlasten den Gurt. Ein metallischer Klick – und es folgt die Rettung ins Freie. Beide klettern wohlbehalten aus dem Fahrzeug. Schwein – oder besser – Gurt gehabt.

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