2012 Sponsorenlauf_Checkübergabe1Zu Weihnachten ein paar schnöde Schecks? Wie einfallslos und unpersönlich, mag da so manch einer seine Nase rümpfen. Und das am Fest der (Nächsten-)Liebe. Doch in diesem Fall ist die Kritik ganz zu unrecht und vorschnell formuliert. Denn die Schecks, die Miriam Hans und Simon Moss aus der G 11 B des Wirtschaftsgymnasiums der Kaufmännischen Schulen überreichen, bedeuten ganz konkrete Hilfe für Menschen, die von emotionaler, körperlicher und sexueller Gewalt betroffen sind. Jeweils 1000 Euro übergeben die beiden an das Frauenhaus Rheine, an den Kinderschutzbund Rheine und an das schuleigene Projekt gegen Kindesmissbrauch und Kinderprostitution. 

Zum Bild: Laufen für den guten Zweck: Britta Menebröcker, Schulleiter Ralf König, Dieter Tebbe, Miriam Hans, Simon Moss, Beate Horstmann und Inga Moss (v. li.). Aus Gründen des persönlichen Schutzes möchten die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses anonym bleiben, so ist Claudia Schmidtfrerick nicht auf dem Foto zu sehen.      

Bereits zum siebten Mal hatte die Fachschaft Sport einen Sponsorenlauf organisiert und rund 500 Läuferinnen und Läufer auf unterschiedlich lange Strecken in den Bentlager Wald geschickt. Und weil nicht nur fleißig gelaufen, sondern auch kräftig gesammelt wurde, kamen am Ende 3000 Euro im großen Spendentopf zusammen. „Es sind im Wesentlichen natürlich die Eltern, die für jeden gelaufenen Kilometer zahlen. Aber auch Geschwister, Lehrerkollegen und sogar Firmen wurden als Spender gewonnen", berichtet Sportlehrerin Britta Menebröcker vom Engagement der Schüler.

Die sportlichste Klasse war dabei die G 11 B, die geschlossen antrat und mit 240,8 Gesamt-Kilometern die weiteste Strecke zurücklegte. Die G 12 E und die G 11 A folgten auf den nächsten Plätzen. Insgesamt sind 3072 schweißtreibende Kilometer unter die Sport-Schuhe genommen worden. Diese Lauf-Leistung nötigt auch Schulleiter Ralf König gehörigen Respekt und ein dickes Lob ab: „Für diesen Einsatz habt ihr wirklich Beifall verdient. Und erst recht, wenn man bedenkt, wie viel Geld dadurch für gleich drei Einrichtungen, die anderen Menschen helfen, zusammen gekommen ist."

„Wir möchten mit den Spenden auf jeden Fall Projekte hier in Rheine unterstützen", stellt Sportlehrerin Inga Moss heraus und betont, dass sie die drei ausgewählten für besonders förderwürdig hält. Für das Frauenhaus bedeutet die Spende auch ein nachträgliches Geburtstags-Geschenk. Der Zufluchtsort für Frauen und Kinder, die unter häuslicher Gewalt zu leiden haben, besteht seit 25 Jahren. „Wir haben auch Familienzimmer für Frauen, die oft gemeinsam mit ihren Kindern bei uns Schutz suchen", sagt Claudia Schmidtfrerick, die neben zwei Sozialarbeiterinnen und einer Hauswirtschafterin als Erzieherin in der Einrichtung des Diakonischen Werkes Tecklenburg arbeitet. Sie berichtet, dass gerade den Kindern besondere Beachtung geschenkt werde: „Wir haben zwei spezielle Räume, in denen gespielt, getobt und gebastelt wird." Daneben gebe es ein umfangreiches Freizeitprogramm außerhalb des Hauses, zum Beispiel Fahrten zum Zoo oder zum Schwimmbad, damit die Kinder neue Lebensfreude und ein positives Selbstwertgefühl entwickeln könnten.

Stellvertretend für den Kinderschutzbund Rheine nimmt Beate Horstmann den Scheck entgegen: „Wir sind ein Kinderschutz-Zentrum sowie eine Beratungsstelle, die Kindern und Jugendlichen hilft, denen Gewalt angetan wird." Das Spektrum der Hilfestellung sei weit gefächert und reiche von der Beratung und Therapie über Prävention bis hin zu Kursen, offenen Gesprächsangeboten und Projekten in Schulen und Jugendzentren, erläutert die Diplom-Pädagogin. Die Spende der Kaufmännischen Schulen werde für die „aufsuchende Traumaarbeit" eingesetzt. „So können wir Jugendliche erreichen, die sonst nicht zu uns kommen können. Wir betreuen sie da, wo sie wohnen und können ihnen Hilfe vor Ort anbieten."

Beate Horstmann berichtet, dass über 50 Prozent der Fälle sexuelle Gewalt betreffen. In ihrer Funktion als Sexualpädagogin hat sie auch schon am „Aktionstag gegen Kindesmissbrauch und Kinderprostitution" teilgenommen, der in jedem Jahr in den Kaufmännischen Schulen stattfindet. Fachleute verschiedener Hilfseinrichtungen informieren dann über ihre Arbeit und diskutieren mit den Schülerinnen und Schülern über Themen wie Missbrauch in der Familie, seelische Folgen, Sextourismus in Asien oder Tschechien und organisierten Kinderhandel. „Dass wir an den Aktionstagen nicht nur informieren, sondern ganz konkret helfen können, ist den Schülerinnen und Schülern unserer Schule, aber vor allem auch den Sportkollegen zu verdanken, die jedes Jahr viel Mühe aufwenden, den Sponsorenlauf zu organisieren", sagt Projektlehrer Dieter Tebbe.

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