2017 Schuldnerberatung1„Wenn ich erst einmal einen festen Job habe, werde ich mir eine eigene Bude zulegen!“ So oder so ähnlich lauten oft die Zukunftspläne der Schülerinnen und Schüler, die kurz vor ihrem Schulabschluss stehen. Nur – wer soll das bezahlen? „Was kostet das Leben denn schon?“ – so lautet das Thema, über das Heinrich Segbers und Nina Renna vom Amt für Schuldnerberatung und Prävention des Kreises Steinfurt mit den Schülern und Schülerinnen aus der Unterstufe der Handelsschule in Rheine diskutieren.
Die Schülerinnen und Schüler staunen nicht schlecht, als sie hören, dass man schon mal 1000 Euro netto zur Verfügung haben sollte, um so einigermaßen allein über die Runden kommen zu können. Eine typische Schuldenfalle sind die Handys – 86 % der Schulden laufen bei den Telekommunikations-Unternehmen auf.

2017 GegenKindesmissbrauch Großveranst162017 GegenKindesmissbrauch Großveranst712017 GegenKindesmissbrauch Großveranst74Es dauert gerade einmal eine Minute. Dann hat Benjamin Pütter die 350 Schülerinnen und Schüler in der Aula der Kaufmännischen Schulen im Griff. Mucksmäuschenstill ist es, als der Freiburger seine ersten Fotos zeigt: Ein junges Mädchen, das zusammengekauert vor einem Bunsenbrenner billigen Schmuck zusammen lötet und dabei giftige Dämpfe einatmet. Ein kleiner Junge, kaum fünf Jahre alt, der bei 50 Grad Außentemperatur mit einem winzigen Hämmerchen 14 Stunden lang große Steinblöcke zerkleinert. Und Kinder, die ihre zerschundenen, von alten Wunden vernarbten Hände in die Kamera halten.

2016 Zeitzeugin Kretz5Wenn ich ein Problem habe oder mir es nicht gut geht, denke ich immer, wie schlimm ich es habe. Ich sage oft genug, dass ich nicht mehr kann oder frage mich, wie es weitergehen soll. Jedoch denke ich gar nicht daran, dass es anderen Jugendlichen vielleicht schlechter gehen könnte als mir. Dies ist mir beim Vortrag von Henriette Kretz zum ersten Mal so richtig aufgefallen.
Henriette erzählte, dass die ersten fünfeinhalb Jahre die schönste Zeit ihres Lebens waren. Sie hatte alles, was man sich als Kind wünscht. Doch dann, als der Krieg begann, wusste sie, dass Krieg etwas Schlimmes bedeutet. Ich persönlich wusste nicht einmal mit zehn Jahren, was Krieg bedeutet. Ich begriff es erst in der fünften Klasse, als wir darüber redeten.

2016 Zeitzeugin Kretz32016 Zeitzeugin Kretz1Musia läuft. Musia läuft ohne nachzudenken. Musia läuft um ihr Leben. So schnell, wie das eine Neunjährige kann, die auf der Flucht ist. Ihre ganze Kraft steckt in den Beinen. Das Gehirn ist ausgeschaltet. Nur weg von hier. Nur weg von den brutalen Nazi-Soldaten. Nur weg von den Deutschen, die nicht zögern werden, auch ein Kind erbarmungslos zu töten. Soviel hat sie mit neun schon gelernt. Plötzlich fallen Schüsse, ein spitzer Schrei ist zu hören. Trotz der Angst, die sie komplett im Griff hat, sieht sie aus den Augenwinkeln, dass die Soldaten ihren Vater erschossen haben, dass die Mutter sich schreiend auf ihn wirft. Musia läuft einfach weiter. Läuft wie von einer unsichtbaren Hand gezogen. Und wieder hört das Mädchen Schüsse. „Ich weiß noch, dass ich in diesem Augenblick einfach nur gedacht habe: Jetzt bin ich eine Waise“,

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