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Sozial genial Scheckübergabe10Damit hat der Gast aus Berlin nicht gerechnet: „Ich bin total überrascht.“ Fast ungläubig nimmt Daniel-Rene´ Hartmann vom Verein „Hilfe für Jungs“ den überdimensionalen Scheck entgegen, den ihm Kristin Köppe, Julia König, Niklas Geers und Luc Stachowiak aus der Jahrgangsstufe 13 freudestrahlend überreichen. Das Schüler-Quartett aus dem Wirtschafts-Gymnasium hat im vergangenen Schuljahr am Kurs „sozial genial“ teilgenommen und im Mai ein Spendenkonzert mit vier Rheiner Bands auf dem Staelschen Hof organisiert. Durch den Verkauf von Würstchen, Pommes und Getränken, aber auch mit Hilfe von Sponsoren, sind 2000 Euro zusammen gekommen, die an die Berliner Einrichtung gehen. Sie kümmert sich um Jungen und junge Männer, die sich prostituieren müssen, um überleben zu können. „Die Kollegen werden sicher aus allen Wolken fallen“, kommentiert Daniel-Rene´ die Spende und schüttelt immer noch ungläubig den Kopf.

Applaus für diese beeindruckende Hilfsaktion spendet auch Ulla Freermann von „roterkeil.net“, einer Hilfsorganisation, die sich gegen Kinderprostitution einsetzt. Die Kaufmännischen Schulen arbeiten seit Jahren eng mit dieser Einrichtung zusammen und dürfen sich seit einiger Zeit auch roterkeil.net-Schule nennen. Der Kontakt zu Daniel-Rene´ Hartmann kam über Ulla Freermann zustande. Der Berliner ist selber Missbrauchs-Betroffener und war schon häufiger in Rheine zu Gast, um mutig über sein Leben zu berichten. „Vor allem Daniel-Rene´ hat uns bei seinem letzten Besuch und durch das anschließende Gespräch inspiriert, für roterkeil.net zu sammeln und das Geld an ,Hilfe für Jungs´ zu spenden“, sagt Kristin Köppe. Daniel-Rene´ Hartmann ist seit Jahren dort selber tätig.
Bei der Scheckübergabe im Religionsraum der Kaufmännischen Schulen begrüßt die engagierte Schüler-Gruppe auch Olga Friesen, Leiterin der Geschäftsstelle Rheine der VR-Bank Kreis Steinfurt, Stefan Köppe von der G.U.T.-Handel KG Osnabrück, sowie Jan Schmitz in Doppelfunktion für die Hardy Schmitz GmbH und gemeinsam mit Jens Heider als Vorstand des Fördervereins der Schule, die als Sponsoren das Projekt kräftig unterstützten. „Wir haben mit Ihrer Hilfe diesen Konzertabend aus dem Nichts organisiert, daher möchten wir uns heute bei Ihnen bedanken. Wir haben uns gefreut, mit Ihnen zusammen arbeiten zu dürfen“, würdigt Kristin Köppe den Einsatz der Sponsoren unter anerkennendem Beifall der Zuhörer.
Und angesichts der vielen Hürden, die bei der Organisation des Konzertes erfolgreich genommen werden konnten, setzt sie hinzu: „Ich denke, man kann wohl sagen, dass dieses Event mit knapp 300 Besuchern und 2000 Euro Erlös ein Erfolg ist. Ich denke, wir dürfen alle sehr stolz auf uns sein.“ Ihr Dank geht vor allem auch an Lehrer Claus Schrichten, „der uns bei allen Problemen unterstützt hat und uns vor allem das Projekt-Management gut veranschaulicht hat.“
Schrichten verdeutlicht in seiner Ansprache, dass es uns „als Kaufmännische Schulen einerseits darum geht, soziales Engagement bei unseren Schülerinnen und Schülern zu fördern und zu unterstützen.“ Denn die Absolventen der Schule arbeiteten später - zum Teil in zentralen Funktionsstellen - in Unternehmen und könnten den Gedanken der sozialen Verantwortung so in diese Betriebe hineintragen. „Andererseits sollen die Kursteilnehmer aber auch durch die Arbeit in Projekten Verfahren des Projekt-Managements kennen lernen und umsetzen.“
Dass der „sozial genial“-Kurs keine schulische Eintagsfliege ist, zeigt die Anwesenheit von Ellen Schremser, Julia van der Zee, Benjamin Schlepers, Pascal Rehr und Kilian Pötter aus der Jahrgangsstufe 12. Denn diese wird das Konzert-Projekt im aktuellen Schuljahr fortführen. „Wir waren schon vorab eingebunden und möchten dieses Jahr das Musikevent erfolgreich gestalten und wieder Stimmung in die Innenstadt bringen“, blickt Pascal Rehr in die nahe (sozial-geniale) Zukunft.
Und für was wird die Premieren-Spende eingesetzt? „Ich könnte mir vorstellen, das Geld in Freizeitaktivitäten mit unseren Jungs zu investieren, denn dafür bekommen wir keine Zuschüsse vom Berliner Senat“, sagt Hartmann. Solche Aktionen seien aber wichtig: „Sie zeigen den betroffenen Jungen, dass das Leben auch andere, schöne Seiten hat.“
Wer mehr über das soziale Engagement der Kaufmännischen Schulen erfahren möchte, ist zu den Informations- und Beratungstagen am Freitag (23. November) von 15 bis 18 Uhr und am Samstag (24. November) von 10 bis 13 Uhr eingeladen.

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