Projekt gegen Missbrauch ausgezeichnet!

Ein solches Lob bekommen die Schülerinnen und Schüler auch nicht alle Tage: „Wir als Schule sind sehr stolz auf euch." Diese Worte zaubern ein zufriedenes, fast verlegenes Lächeln in die Gesichter. Und wenn die Anerkennung dann noch vom Schulleiter höchstpersönlich ausgesprochen wird, dann muss die Schülergruppe schon etwas Besonders geleistet haben.

Hat sie auch: Am 1. Juni führte ein Projektteam aus der Höheren Handelsschule an den Kaufmännischen Schulen einen „Aktionstag gegen Kinderprostitution und Kindesmissbrauch" durch, der auf große Resonanz innerhalb der Schule gestoßen ist. Und auch außerhalb. Denn die Service Learning-Initiative „sozialgenial – Schüler engagieren sich" in Trägerschaft von „Aktive Bürgerschaft" würdigt dieses Engagement mit einer Auszeichnung und 500 Euro. „Es ist ein tolles und auch besonderes Projekt, mit dem ihr euch den Preis wahrlich verdient habt", lautet das Urteil von Schulleiter Clemens Schöpker.

2011 auszeichnung kindesmissbrauch „Ihr habt diese Auszeichnung verdient": Schulleiter Clemens Schöpker (re.) sprach dem Projektteam mit Fachlehrer Dieter Tebbe (li,) Anerkennung und Dank für das große Engagement aus.
Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft von NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann und wird vom Ministerium für Schule und Weiterbildung unterstützt. Auf Initiative der WGZ-Bank sind Schulen aufgerufen, Projekte vorzustellen, die im Interesse der Allgemeinheit weit über das Schulleben hinausgehen. Die Schülerinnen und Schüler aus Rheine haben die Jury, bestehend aus Vertretern des Ministeriums, der Handwerkskammer, der Genossenschaftsbanken und der Aktiven Bürgerschaft, wohl überzeugt. Als eine von 34 Schulen bekommen sie nicht nur finanzielle Unterstützung für die weitere Arbeit, sondern durch den Preis auch jede Menge Motivation zum Weitermachen.

2012 Roter_Keil_Gast1BildbeschreibungEin Bild, das nichts Besonderes bietet: Ein marodes Haus, irgendwo in der tschechischen Stadt Cheb. Der Putz bröckelt von den Außenwänden, Graffitis verunstalten die ohnehin baufällige Fassade. Davor eine Frau, etwa Mitte 20. Ein Kinderwagen, einige Einkaufstüten. Zwei Kinder - ihre Kinder - spielen auf der Straße. Beide vielleicht vier oder fünf Jahre alt. Eine alltägliche Situation, so scheint es, ist auf dem Foto dargestellt. „Das habe ich genauso gesehen, eine Frau und ihre Sprösslinge, die anscheinend gemeinsam einkaufen waren, na und?", sagt Birgit Hülk.

Ausstellung, Aktionstag und Spenden

Es ist mucksmäuschenstill im mit rund 250 Schülern vollbesetzten Besprechungsraum. Cathrin Schauer vom Verein „Karo" erzählt gerade von ihren Erfahrungen als Sozialarbeiterin an der tschechischen Grenze. Tagtäglich erlebt sie dort die sexuelle Ausbeutung von Kindern. „Das geht sogar so weit, dass dort auch Säuglinge angeboten werden", sagt die Streetworkerin. Betroffene Stille, ungläubiges Kopfschütteln. Leises Murmeln wie „Das kann doch wohl gar nicht sein." Und viele der Sextouristen kämen aus Deutschland, setzt sie hinzu. Auf dem zweiten Aktionstag kurz vor den Sommerferien geben Vertreter der Hilfsorganisationen von „roterkeil", „Karo", „mitternachtsmission" und „Berliner Jungs" tiefe Einblicke in eine bedrückende Welt. Seit zwei Jahren arbeiten die Kaufmännischen Schulen vor allem mit der Hilfsorganisation „roterkeil" zusammen, es hat sich eine regelrechte Schulpartnerschaft ergeben. Die Schülerinnen und Schüler möchten mit ihrem Engagement zweierlei erreichen: Das Thema im Bewusstsein der Öffentlichkeit wach halten und ganz konkret spenden. So geht die Hälfte des Erlöses aus dem Sponsorenlauf auf das schuleigene Projekt. In diesem Jahr kam noch weiteres Geld hinzu: Schon im vergangenen Jahr hatte der Förderverein der Schule den Einsatz mit einem Preis und einem Geldbetrag gewürdigt. Auch dieses Geld floss an die Hilfsorganisationen.

 

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