2016 Stressbewältigung12014 Stress Seminar HHE13   KopieDie Anweisung von Maria Dahms ist ganz leicht zu befolgen: „Berühren Sie sanft mit dem Zeige- und Mittelfinger jeder Hand Ihre Stirnbeinhöcker. Diese liegen oberhalb der Augen, dort spüren Sie eine leichte Erhöhung.“ Das muss gleich ausprobiert werden. Die Schülerinnen und Schüler aus der Einjährigen Höheren Handelsschule (HHE) prüfen sofort, was die Fachfrau aus Dülmen ihnen da gerade versprochen hat: „Diese Übung baut emotionalen Stress ab, Sie können wieder klar denken und beruhigen sich. Sie ist besonders vor Prüfungen gut geeignet.“ Das passt ja genau zur Klassenarbeit in der nächsten Woche.

Einige schließen die Augen, in der Klasse wird es ruhig. Scheint zu klappen. Kleine Reibung, große Wirkung. Der Besuch von Maria Dahms, die eine Praxis für Persönlichkeitsentwicklung und Stressmanagement betreibt, ist ein Baustein in der Reihe „Stress – Bedrohung oder Herausforderung“, die im Rahmen eines Pilotprojektes im Fach Sport und Gesundheitsförderung an den Kaufmännischen Schulen stattfindet.

Fachlehrerin Sabrina Stüker hat sich mit der HHE 1 und 2 vorab intensiv mit der Frage beschäftigt, was Stress überhaupt ist. Klassenarbeiten, Zeitdruck beim Lernen oder private Konflikte sorgen häufig für Ärger und Anspannung. Es kann aber auch der Verlust eines geliebten Menschen sein oder einfach eine Infektion oder nervender Lärm. Die Liste der Ursachen ist lang.

Und die Anzeichen dafür vielfältig. Sie lassen sich oft im Alltag leicht entdecken: Reizbarkeit und Nervosität ziehen Konzentrationsschwächen nach sich, die sich – etwa in der Schule - schließlich in einer schlechten Note niederschlagen können. Wichtig war es Lehrerin Stüker, vor allem die langfristigen gesundheitlichen Folgen darzustellen: „Viele Menschen, die ständig unter Belastung stehen und keine Erholungsphasen haben, verhalten sich oft gesundheitsschädigender. Sie rauchen und trinken mehr, stellen das essen ein oder ernähren sich ungesund.“

Stress, so wissen die beiden HHE-Klassen jetzt, kann verantwortlich sein für Bluthochdruck, Schlafstörungen oder Magen- und Darmerkrankungen. „Weil auch gerade immer mehr Schülerinnen und Schüler an solchen Erkrankungen leiden, haben wir in der Unterrichtsreihe sehr viel Wert auf die Vorbeugung gelegt und über die Anzeichen gesprochen“, berichtet Sabrina Stüker. Über Ute Erdenberger und Christian Hausschild von der Techniker Krankenkasse, die Gesundheitspartner der Kaufmännischen Schulen sind, kam der Kontakt zu Maria Dahms zustande. Sie stellt bei ihrem Besuch in Rheine die Prävention sowie Strategien zur Bewältigung in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen. So macht sie deutlich, dass Stress subjektiv ist: „Was bei dem einen Stress auslöst, lässt den anderen völlig kalt. So gibt es bei jedem ganz persönliche Stress-Verstärker, die sich im Laufe des Lebens entwickeln und die wir verinnerlichen.“

Mit Hilfe eines Fragebogens können die Schülerinnen und Schüler ihre ganz persönlichen Stress-Verstärker ermitteln. „Denn“, so erläutert Maria Dahms, „nur wenn man diese genau kennt, kann man ihnen gezielt entgegenwirken und dann auch Krankheiten vorbeugen.“ Die Stress-Sensibilisierung  in den Klassen läuft für sie aber nicht nur über theoretische Erläuterungen. Das wäre auch zu stressig. Sie hat praktische Übungen im Gepäck, die im Klassenraum schnell umzusetzen sind wie etwa die Handmassage zur Verbesserung der Gehirndurchblutung. Progressive Muskelentspannung heißt das Zauberwort gegen Stress.

Und so werden sich die Lehrerkollegen künftig auch gar nicht wundern, wenn die HHE-Klassen vor der nächsten Arbeit vorher noch intensiv mit Zeige- und Mittelfinger ihre Stirnbeinhöcker massieren. Frei nach dem Motto: Stress vor Klassenarbeiten – was ist das?

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