2012 HHU3_Drogenberatung1Die Klassenumfrage bringt ein eindeutiges Ergebnis: „Die beiden Stunden waren interessant, weil wir sehr viele Informationen über Drogen, aber auch über Prävention bekommen haben", schreibt Timo in seinem Resümee. Und Maike hat besonders gut gefallen, „dass der Drogenberater so offen war und auf unsere Fragen ausführlich geantwortet hat." Eine gute Note also für den Referenten. Das einhellige Lob der Schülerinnen und Schüler aus der Unterstufe der Höheren Handelsschule gilt Joachim Jüngst von der Fachstelle Suchtvorbeugung der Drogenberatungsstelle Rheine. In den Mittelpunkt ihres Religionsunterrichtes hatte die HHU 3 mit ihrer Lehrerin Cathrin Fielers das Thema Sucht gestellt. Und da lag es nahe, zum Abschluss einen Fachmann für Vorbeugung in die Kaufmännischen Schulen einzuladen.

 Und der sorgte gleich für überraschende Erkenntnisse: „Mich hat schockiert", meint Flora, „dass es so viele Tablettensüchtige gibt." Jüngst hatte die Klasse gebeten, eine Suchtstatistik zu erarbeiten. Dass Tabaksucht (6 Millionen Süchtige in Deutschland) auf Platz eins liegt, war keine Überraschung. Dass aber die Medikamentensucht (1,6 Millionen) schon an vierter Stelle der Süchte rangiert, sorgte für erstaunte Gesichter. Ungläubiges Kopfschütteln provozierte auch Platz zwei: Essstörungen stellen für rund zwei Millionen Menschen ein großes Problem dar und beeinträchtigen ihr Leben massiv.

In den Teufelskreis der Sucht kann aber auch geraten, wer zu viel und zu lange an seinem PC sitzt und die reale Welt vergisst. Jüngst verdeutlichte, dass gerade auch jüngere Menschen oft dem Reiz des Computers erliegen, wobei sich Jungen eher für Spiele, Mädchen eher für Facebook interessieren. Generell verteufeln wollte Jüngst den Computer natürlich nicht, „aber ihr müsst lernen, damit umzugehen."

Die Spannbreite der Themen in der Doppelstunde reichte vom Erkennen der Sucht über Entwicklungsstufen bis hin zu Auswirkungen und Möglichkeiten der Hilfe. Wichtig war dem Referenten auch die Darstellung der Arbeit in der Beratungsstelle. „Ein Aspekt dabei ist auch eine Betreuung der Angehörigen, denn die sind in jedem Fall mitbetroffen und leiden oft ganz besonders", erklärte der Fachmann. Manchmal helfe bei einem Süchtigen auch nur die Radikalkur: „Er muss vielleicht erst total abstürzen, bis er merkt, dass er süchtig ist."

Eine ganze Reihe von Fragen hatte der Referent zu beantworten. Und scheint damit bei vielen nachhaltigen Eindruck hinterlassen zu haben. „Alkohol birgt viele Gefahren", lautet kurz, aber prägnant, eine schriftliche Stellungnahme. Ob da wohl einer ans Nachdenken gekommen ist...? 

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Zum Bild: Über Gefahren von Sucht und deren Vorbeugung diskutierten die Schülerinnen und Schüler der HHE 3 sowie Religionslehrerin Cathrin Fielers mit Joachim Jüngst (hintere Reihe, rechts) von der Drogenberatungsstelle.

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