Jugendaustausch des Städtepartnerschaftsvereins mit der Partnerstadt Trakai

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Der aktuelle Konflikt mit Russland macht jungen Litauern große Sorgen und beeinflusste auch den Jugendaustausch des Städtepartnerschaftsvereins mit der Partnerstadt Trakai. Ausgehend von Rheine, der niederländischen Stadt Deventer und dem Oberzentrum Münster stellten Gäste und Gastgeber beim Vergleich mit Trakai / Vilnius fest, dass Stadterkundung hilft, einander besser zu verstehen. So entdeckten sie, dass durch die Christianisierung eine gemeinsame christliche Kultur von Westeuropa bis zum Baltikum entstanden ist. Hinzu kommen die in den Jahrhunderten entstandenen großen europäischen Baustile. Von der Romanik und der Gotik über den Barock bis zur Gegenwart ist so ein großer europäischer Kulturraum entstanden. Foto li.: Auf der Emsbrücke: Die Jugendlichen vor dem hl. Nepomuk, der in ganz Europa anzutreffen ist Foto re.: An den KFM-Schulen: Verabschiedung der Gäste aus Litauen.

 

Litauens Hauptstadt Vilnius war 2009 europäische Kulturhauptstadt und gehört als größte europäische Barockstadt zum Weltkulturerbe. Noch überraschter waren die Teilnehmerinnen, dass alle diese Städte Hansestädte sind. Schon im Mittelalter reichten besonders von Westfalen aus wirtschaftliche Verbindungen bis ins Baltikum. Trakai, Vilnius, Kiew, Krakau, Minsk, Breslau und auch die Partnerstadt Bernburg besaßen Magdeburger Stadtrecht. Rheine gehörte zur Stadtrechtsfamilie der Hansestadt Münster, die enge Verbindungen zu Deventer pflegte. Diese Hansestruktur ist noch heute im Stadtbildt mit Markt, Kirche und Rathaus in vielen alten Städten erkennbar. Diese kulturhistorische Botschaft machte den Jugendlichen klar: „Litauen ist europäisch, wir sind zusammen Europa.“

Damit war der Weg frei, gemeinsam darüber nachzudenken, was Jugendliche heute für Europa tun können. Wer mit den europäischen Nachbarn ins Gespräch kommen will, braucht unbedingt Fremdsprachenkenntnisse. Man kann sich u.a. an Schulpartnerschaften, an Kontakten zwischen Kirchengemeinden, Institutionen und Sportvereinen beteiligen. Und hinzu kommen Städtepartnerschaften und grenzübergreifende regionale Zusammenarbeit wie in der Euregio, die Vorbild für ganz Europa wurde. So gibt es z. B. auch eine Verbindung zwischen dem Kreis Steinfurt und den früheren Landkreisen Utena / Telsiai in Litauen.
Das Klima in der Austauschgruppe war inzwischen so entspannt, dass sie auch das lange Wochenende miteinander verbrachte. Obwohl die deutschen Teilnehmer der unserer Schulen in Emsbüren, Rheine und Emsdetten wohnten, wurde ausgiebig gemeinsam Schützenfest gefeiert, im Ibbenbürener Klettergarten Teamgeist gezeigt, gemeinsam geshoppt , gekocht, gesungen und gelacht. Und beim Abschied freuten sich alle, einander im Oktober in Trakai wiederzusehen. Das Projekt „Jugend auf dem Weg nach Europa“ hatte sein Ziel erreicht: Durch Einbeziehung von gemeinsamer Geschichte und Kultur sind sie sich menschlich als Europäer näher gekommen.

 

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