2015 Sponsorenkletternt32015 Sponsorenkletternt46Neun Schülerinnen und Schüler der G12A führten zusammen mit ihren Lehrern Annette Behne, Thomas Wienkamp und Marcus Maasen in der vergangenen Woche eine Klettertour unter dem Thema „Hundert Jahre nach dem Ersten Weltkrieg – Grenzen in Europa überwinden, ein friedliches Miteinander in Europa gestalten“ durch. Abenteuerlich begann es schon am Sonntagabend nach zwölfstündiger Zugfahrt mit dem Aufstieg zur Rotwandwiesenhütte bei Einbruch der Dunkelheit. Die Stirnlampen und ein großes Lagerfeuer an der Hütte sorgten für Orientierung. Nach steilem Anstieg wurden wir auf ca. 2000 Höhenmetern von einem grandiosen Abendessen überrascht, und es gab sogar heiße Duschen – umsonst – das war nicht immer so! Die kulinarischen Genüsse der Südtiroler Küche begleiteten uns die ganze Woche, außer auf der Auronzo Hütte, die eher den Charme eines All-Inclusive-Hotels versprühte!

Ein wenig Sorgen bereiteten zunächst die Wettervorhersage, sollte es doch am Montag und Dienstag Dauerregen und nachmittags sogar Gewitter geben. Nach einem kräfteraubenden Aufstieg durch das wunderschöne Fischleinbodental zur Zsigmondy-Hütte packte die Gruppe – gestärkt durch den ultimativen Apfelstrudel - jedoch Unternehmungslust und das Wetter spielte mit. Beim Erreichen der Zwölferscharte boten sich traumhafte Ausblicke auf die Spitzen der Sextener Dolomiten, die sich in einem Wolken-Sonnen-Gemisch präsentierten. Verwundert waren die Schülerinnen und Schüler als sie dort oben Stacheldrahtreste, Schützengräben und Felsentunnel, Überreste der italienischen Stellungen aus dem Ersten Weltkrieg, erblickten, die sie in den nächsten Tagen begleiten und nachdenklich stimmen sollten. Nach der Strapaze des Aufstiegs gab es zur Belohnung dann unter der Anleitung von Bergführer Andi Biberger endlich das lang ersehnte „Geröll-“ und „Schneerutschen“ hinunter zur Zsigmondy Hütte. Was für eine Gaudi!
Die folgenden Tage waren dann eine Mischung aus gemütlichen Hütten mit Gipfelanstiegen auf die Oberbachernspitze, den Paternkofel und den Toblinger Knoten, traumhaften Ausblicken und teils schwierigen Bedingungen, da es noch einige steile Schneefelder zu durchklettern galt und am Dienstag nachmittag ein heftiger Dauerregen für „Abkühlung“ sorgte. Die jungen Gipfelstürmer ließen sich jedoch nicht entmutigen und wurden für ihre Zähigkeit, Abenteuerlust und gute Laune am Mittwoch mit herrlichem Sonnenschein belohnt. Die Brotzeit auf der Langalm am Fuße der Drei Zinnen war ein Genuss für die Sinne und zusätzliche Motivation für den langen und anstrengenden Klettersteigtag, dessen Highlight die Überschreitung des Friedenwegs zur Bülllele-Joch Hütte war. Bei strahlend blauem Himmel boten sich grandiose Ausblicke in die Dolomiten-Welt mit ihren Felstürmen, Abgründen und Schluchten.
Am letzten Tag waren alle Teilnehmer gespannt auf die Führung von Frau Sigrid Wisthaler aus Bruneck durch das Freilichtmuseum Anderter Alpe auf über 2000 Höhenmetern. Nach dem Abstieg zur Talschusshütte und einer interessanten Einführung zu den Ursachen des Ersten Weltkrieges musste zunächst ein Gebirgsbach durchquert werden, bevor es dann über einen historischen Steig wieder 600 Höhenmeter hinauf ging. Unterbrochen wurde der Aufstieg mit bewegenden Informationen zum Frontverlauf und Alltagsleben der Soldaten sowie fantastischen Ausblicken. So standen sich die Soldaten beispielsweise am Paternkofel und Toblinger Knoten nur wenige Meter gegenüber, ohne dass sie im Verlauf des Krieges Geländegewinne erzielen konnten. Da half auch der Stollen im Paternkofel mit seinen unendlichen Stufen, den die Italiener zum Ende des Krieges angelegt und wir mühevoll und in völliger Dunkelheit durchstiegen haben, nichts! Wir konnten uns nach den Wetterkapriolen der vergangenen Woche ebenfalls gut vorstellen, unter welchen Naturgewalten wie Lawinen, Kälte und Feuchtigkeit die Soldaten zu leiden hatten. Auf der Anderter Alpe am Fuße der Rotwandköpfe besichtigten wir die gut erhaltenen Überreste der Feldküche, der Schützengräben und Lastenaufzüge, die neben den Kriegssteigen auf über 2500 Höhenmetern, die die Grundlage für die heutigen Klettersteigrouten sind, den technischen Fortschritt in Zeiten der Industrialisierung verkörperten, und durchstiegen noch einen kurzen Klettersteig zu den Maschinengewehrstellungen, mit denen das Pustertal von den Österreichern und Deutschen kontrolliert wurde, um ein Durchbrechen der Frontlinie seitens der Italiener verhindern. Besonders beeindruckend waren sicherlich die Tagebucheinträge von Soldaten, vorgetragen von Frau Wisthaler, die vom Hunger der Soldaten und ihren Alltagsproblemen wie extremer Lausbefall und Mangelerkrankungen erzählten.
Nach einer ereignisreichen Woche, die uns allen eindrucksvoll den Wert der Freiheit vor Augen geführt hat, waren wir euphorisch als Andi uns bei Kaltgetränken und Südtiroler Grillplatte unsere Kletter- und Laufleistung verkündetet: 5015 Höhenmeter und 65km! Unglaublich, das hätten wir nicht gedacht! Wir freuen uns, dass wir nun einen kleinen Beitrag zum friedlichen Miteinander in Europa leisten können, indem wir Kriegsopfer in und um Rheine mit unseren Sponsorengeldern unterstützen können. Außerdem werden wir ein Projekt mit der Flüchtlingsklasse unserer ehemaligen Kollegin Jana Brüggemeier durchführen. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Sponsoren herzlich bedanken, v.a. Hardy Schmitz, Getränke Hoffmann, der Förderverein der Kfm. Schulen Rheine und dem Projekt „Gesunde Schule“ der Kfm. Schulen Rheine.

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