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„,Nachhaltiger Tourismus in den Alpen – ein Widerspruch?´“ - Antworten auf diese höchst aktuelle Frage suchten 15 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Wirtschaftsgymnasiums und der Europaassistent*innen der Kaufmännischen Schulen Rheine. Aber nicht im Klassenzimmer, sondern im Juli direkt vor Ort im Karwendel- und Wettersteingebirge. Von der Alpen-Exkursion berichten Anna Stermann und Markus Höfker: 
„Mit von der Partie waren nicht nur wir, die Schülerinnen und Schüler, sondern auch unsere Lehrerin Annette Behne und unser Lehrer Marcus Maasen sowie nicht zu vergessen, der Bergführer Andi. Anders als bei vorherigen Klassen- oder Kursfahrten waren wir nicht mit einem Koffer und reichlich Gepäck ausgestattet, sondern mit einem Rucksack, begrenzt auf etwa 30 Liter Fassungsvermögen, was für die meisten bereits die erste Herausforderung darstellte.

2019 Klettern in Europa42019 Klettern in Europa5Wir starteten am Dienstagmorgen in der Früh um 6 Uhr in Rheine mit dem Zug nach Mittenwald. Nach der Ankunft gegen 15 Uhr wurde es spannend: Wir bekamen unsere Kletterausrüstung und eine kurze Einweisung. Danach ging es direkt auf den ersten Berg. Wir machten uns auf den Weg zur Brunnsteinhütte. Diesen Weg legten wir in Rekordzeit zurück, wahrscheinlich waren wir des Sitzens müde durch die lange Zugfahrt und hoch motiviert für körperliche Anstrengungen. An der Hütte angekommen mussten wir feststellen, dass wir auf Duschen und ,normale´ Toiletten wohl zu verzichten hatten. Stattdessen gab es kaltes Wasser und Trockentoiletten. Aber nachdem wir uns daran gewöhnt und leckeres Abendessen bekommen hatten, war das kein Problem mehr. Der erste Tag ging schnell zu Ende, da alle von der langen Reise und dem Anstieg geschafft, aber auch fasziniert waren.
Am zweiten Morgen wartete ein frühes Frühstück sowie der erste richtige Wander- und Klettertag auf uns. Wir machten uns von der Brunnsteinhütte über den Heinrich-Noe-Klettersteig aus auf den Weg Richtung Westliche Karwendelspitze, wo ein sehr anspruchsvoller Klettersteig vor uns lag. Bei diesem kamen einige an ihre körperlichen Grenzen und meisterten ihn trotzdem erfolgreich. Nach einer Stärkung durch ein Mittagessen an der Bergstation, von der wir mit der Gondel wieder ins Tal fuhren, ging es weiter mit dem Zug nach Garmisch-Partenkirchen, wo wir unseren Aufstieg durch das Höllental starteten. Das Höllental machte seinem Namen alle Ehre, da nur durch die Höllentalklamm mit wetterfester Kleidung und großer Vorsicht bei jedem Schritt und Tritt das Ziel erreicht werden konnte. Unsere zweite Nacht verbrachten wir dann in der nur im Sommer betriebenen und gemäß neuester Nachhaltigkeitsstandards erbauten Höllentalangerhütte am Fuße der Zugspitze.
Am dritten Tag erwartete uns wunderbares Wetter, sodass uns das frühe Aufstehen nicht schwer fiel. An diesem Tag führte Andi uns zum höchsten Punkt Deutschlands – der Zugspitze (2962 m) – eine abenteuerliche und anstrengende Tour wartete auf uns, die mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt wurde. Der Weg brachte einige Abenteuer mit sich, wie zum Beispiel das Rutschen über Geröll, was bei allen nach erstem Misstrauen große Begeisterung weckte. Am Zugspitzplatt, wo man noch die jämmerlichen Überreste des letzten Gletschers in Deutschland betrachten kann, wurden die Auswirkungen des Klimawandels besonders deutlich. Runter ging es dann vom „Top of Germany“, der eher einem Rummelplatz als einer Berghütte gleicht, mit der Tiroler Zugspitzbahn und anschließend mit der Gondel wieder hoch zum Kreuzeckhaus, in dem wir sowohl die dritte als auch die vierte Nacht verbrachten
Der vierte und letzte Tag hielt noch ein weiteres großes Abenteuer für uns bereit – die Alpspitze (2628 m) – eine Tagestour mit langem Klettersteig und Aktionen, die alle begeisterte. Ein Highlight war mit Sicherheit das Balancieren auf einem Seil, weit über dem Tal, was den Adrenalinspiegel erneut deutlich nach oben schießen ließ. Nach vielen Stunden Wandern und Klettern machten wir uns letztendlich hoch motiviert für weitere Klettertouren und voller neuer und faszinierender Erfahrungen auf den Rückweg zum Kreuzeckhaus. Den letzten Abend ließen wir gemeinsam auf der Hütte ausklingen, bevor wir uns am nächsten Morgen auf den Heimweg begaben.
Um auch für das nächste Jahr Schülerinnen und Schüler unserer Schule für diese Tour zu begeistern, luden wir in der zweiten Schulwoche nach den Sommerferien interessierte Kletterfreunde ein. Wir präsentierten Hintergrundinformationen und unsere Eindrücke zu den Themen „Ursachen und Folgen des Klimawandels“, „Nachhaltige Hütten in den Alpen“ und „Bedrohung der Artenvielfalt in der Alpenregion“ und präsentierten einen selbst produzierten Film, der nochmal sehr anschaulich zeigte, welche Herausforderung wir angenommen hatten, als wir uns vor einem Jahr für diese Alpen-Exkursion angemeldet hatten. Ein großer Dank gilt dem Förderverein der Kaufmännischen Schulen, der uns finanziell unterstützt hat. Aus unserer Sicht war die Klettertour ein voller Erfolg!“

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