2017 Klettertour Titel12017 Klettertour20Zehn Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 unseres Wirtschaftsgymnasiums und die Lehrerkollegen Thomas Wienkamp und Marcus Maasen hissten vor einigen Tagen die Europaflagge auf dem höchsten Punkt Deutschlands, der Zugspitze. Im Rahmen des Projektes SHAPE Europe gingen die Jugendlichen von sechs Tage lang auf ihrer Klettertour im Karwendel- und Wettersteingebirge der Frage nach, ob es in den Alpen nachhaltigen Tourismus gibt.

Bereits nach dem ersten alpinen Aufstieg von Mittenwald auf die Brunnsteinhütte bekam die Klettertruppe einen Eindruck, wie eine autarke Berghütte funktionieren kann. Zwar fanden alle die Hütte sehr gemütlich und das Essen war fantastisch, doch spätestens beim "Bio-Plumpsklo" schieden sich die Geister. Auch waren einige irritiert, dass sie ihren Müll wieder mitnehmen sollten, um ihn im Tal zu entsorgen. Bei dem spannenden Vortrag des Hüttenwirtes Hans-Peter Gallenberger erfuhren sie, dass EU-Fördermittel eine wichtige Rolle beim nachhaltigen Umbau der Hütten in den Alpen spielen. So wird die Materialseilbahn der Brunnsteinhütte beispielsweise mit Rapsöl und nicht mit Diesel betrieben, die Energie wird durch Solarkollektoren erzeugt und die Wasserversorgung mit einer Quelle sichergestellt, damit die Gäste immer Wasser zum Waschen haben, allerdings nur kaltes Wasser!

Nach anstrengendem Anstieg bei leichtem Regen über den Heinrich-Noe-Klettersteig konnte die Seilschaft die Grenze nach Österreich auf ca. 2.300m problemlos passieren und die grandiose Aussicht genießen. Immer wieder waren die Grenzsteine und alten Grenzposten zu sehen. Im Rahmen des freien Personenverkehrs innerhalb der EU ist die Grenze natürlich offen und frei passierbar. Dies gilt innerhalb des Europäischen Binnenmarktes auch für Arbeitskräfte, Dienstleistungen und Kapital.

Nach der Abfahrt mit der Karwendelbahn riss es auf und die Sonne sorgte im Laufe der Woche für leichte Sonnenbrände und schweißtreibende Aufstiege. Nach der Durchquerung des Wettersteingebirges von der Wangalm über die Rotmoosalm, das Steinerne Hüttl und das Gatterl zurück nach Deutschland erreichte die Gruppe die Knorrhütte, den Stützpunkt für die Zugspitzbesteigung. Hier war das "Zugspitzfieber" in der völlig ausgebuchten Hütte bereits zu spüren! Die Information, dass es nur noch kalte Duschen gab, sorgte für enttäuschte Gesichter. Das warme Wasser war verbraucht. Also nahmen die jungen Bergsteiger es sportlich und duschten mit eiskaltem Bergwasser. Als Entschädigung gab es allerdings ein sehr reichhaltiges Abendessen. Dabei kam die Frage auf, wie die Hütte überhaupt beliefert werden kann. Bei der exponierten Lage kommt nur der Helikopter in Frage.

Dann gelang nach sehr steilen Anstiegen und langen Kletterpassagen die Bezwingung von zwei Alpenklassikern, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Während die Zugspitze ein Beispiel für Massentourismus darstellt, da viele Menschen den Berg per Zug und Gondel erreichen, war die Besteigung der Alpspitze ein grandioses, wenn auch kräfteraubendes Klettervergnügen. Nach dem spektakulären Abstieg durch die Höllentalklamm mit entsprechendem Badespaß und nach über 5.500 Höhenmetern und ca. 50 km Strecke sowie zahlreichen Partien des Spiels „UNO“ erreichten die Schülerinnen und Schüler erschöpft, aber glücklich den Zielort Garmisch-Partenkirchen, um wieder mit der Bahn die Heimreise anzutreten. Alle waren sich beim letzten "Briefing" einig, dass die vielseitige Tour eine große Bereicherung und ein spannendes Abenteuer war. Ein besonderes Lob galt Bergführer Andi Biberger, bei dem sich alle während der gesamten Tour absolut sicher fühlten. Die Eltern und Schülerschaft der Kaufmännischen Schulen sind jetzt auf den Film und die Präsentationen zum Thema "Tourismus in den Alpen - ein Widerspruch?!" im Herbst 2017 gespannt!

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