2015 Sponsorenklettern Europa MV1Ein kräfteraubender Aufstieg durch das Fischleinbodental brachte neun Schülern des Wirtschaftsgymnasiums Rheine auch Relikte des ersten Weltkriegs nahe. Auf 2000 Höhenmetern gab es eine Mischung aus gemütlichen Hütten, Gipfelanstiegen und teils schwierigen Bedingungen.

Neun Schüler des Wirtschaftsgymnasiums führten zusammen mit ihren Lehrern Annette Behne, Thomas Wienkamp und Marcus Maasen eine Klettertour unter dem Thema „Hundert Jahre nach dem Ersten Weltkrieg – Grenzen in Europa überwinden, ein friedliches Miteinander in Europa gestalten“ durch. Abenteuerlich begann es schon am ersten Abend nach zwölfstündiger Zugfahrt mit dem Aufstieg zur Rotwandwiesenhütte bei Einbruch der Dunkelheit. Nach steilem Anstieg wurden alle auf ca. 2000 Höhenmetern von einem grandiosen Abendessen überrascht.

Stacheldrahtreste, Schützengräben und Felsentunnel
Ein wenig Sorgen bereitete zunächst die Wettervorhersage. Nach einem kräfteraubenden Aufstieg durch das wunderschöne Fischleinbodental packte die Gruppe jedoch Unternehmungslust und das Wetter spielte mit. Beim Erreichen der Zwölferscharte bot sich ein traumhafter Ausblick. Verwundert waren die Schüler, als sie dort oben Stacheldrahtreste, Schützengräben und Felsentunnel, Überreste der italienischen Stellungen aus dem Ersten Weltkrieg, erblickten, die sie in den nächsten Tagen begleiten und nachdenklich stimmen sollten.
Die folgenden Tage boten eine Mischung aus gemütlichen Hütten, Gipfelanstiegen und teils schwierigen Bedingungen, da es noch einige steile Schneefelder zu durchklettern galt und zwischendurch ein heftiger Dauerregen für „Abkühlung“ sorgte.

Bewegende Informationen zum Frontverlauf
Am letzten Tag waren alle Teilnehmer gespannt auf die Führung von Sigrid Wisthaler aus Bruneck durch das Freilichtmuseum Anderter Alpe auf über 2000 Höhenmetern. Nach dem Abstieg zur Talschusshütte und einer interessanten Einführung zu den Ursachen des Ersten Weltkrieges ging es über einen historischen Steig wieder 600 Höhenmeter hinauf. Unterbrochen wurde der Aufstieg mit bewegenden Informationen zum Frontverlauf und Alltagsleben der Soldaten.
So standen sich die Soldaten beispielsweise am Paternkofel und Toblinger Knoten nur wenige Meter gegenüber, ohne dass sie im Verlauf des Krieges Geländegewinne erzielen konnten. Da half auch der Stollen im Paternkofel mit seinen unendlichen Stufen, den die Italiener zum Ende des Krieges angelegt und den die Schüler mühevoll und in völliger Dunkelheit durchstiegen haben, nichts. Sie konnten sich nach den Wetterkapriolen der vergangenen Woche ebenfalls gut vorstellen, unter welchen Naturgewalten, wie Lawinen, Kälte und Feuchtigkeit, die Soldaten zu leiden hatten.

Insgesamt 5015 Höhenmeter
Nach einer ereignisreichen Woche war die Gruppe euphorisch, als die Kletter- und Laufleistung verkündet wurde: Insgesamt 5015 Höhenmeter und 65 Kilometer hat die Gruppe bezwungen. „Wir freuen uns, dass wir nun einen kleinen Beitrag zum friedlichen Miteinander in Europa leisten können, indem wir Kriegsopfer in und um Rheine mit unseren Sponsorengeldern unterstützen können“, so die Bilanz.
Außerdem werden die Kletterer ein Projekt mit der Flüchtlingsklasse der ehemaligen Lehrerin Jana Brüggemeier durchführen. Die Gruppe dankt insbesondere den zahlreichen Sponsoren, darunter „Hardy Schmitz“, „Getränke Hoffmann“, der Förderverein und das Projekt „Gesunde Schule“ der Kaufmännischen Schulen.

zitiert nach der Münsterländischen Volkszeitung vom 16.10.2015

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