Vorbereitung auf die Fahrt nach Auschwitz

2015 Besuch Esterwegen2„Hier in dieser öden Heide ist das Lager aufgebaut, wo wir fern von jeder Freude hinter Stacheldraht verstaut.“ Das Lied von den Moorsoldaten hatten die 23 Schülerinnen und Schüler der Kaufmännischen Schulen und die drei begleitenden Lehrer Cathrin Fielers, Elke Simon und Markus Doerr noch im Ohr, als sie mit Frietjof Ausländer, von der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Esterwegen, über die ehemalige Lagerstraße gingen. Und obwohl die Baracken und die Wachtürme längst abgebaut sind, erzeugte das, was sie erfuhren, Gänsehaut.

2015 Besuch Esterwegen1Ausländer erzählte von den grausamen Bedingungen, unter denen in den Jahren 1933 bis 1945 insgesamt fast 250.000 Häftlinge leben mussten. Dabei veranschaulichte er die abstrakten Zahlen an zahlreichen Einzelschicksalen. Der Hunger der sowjetischen Kriegsgefangenen, die Erniedrigungen durch die SS-Wachmannschaften, die sieben Peitschenhiebe am Tagesende für das Vergehen, bei der schweren Arbeit im Moor, ohne zu fragen seine Notdurft verrichtet zu haben, sind Beispiele für das harte Los der Gefangenen.

Esterwegen im Emsland war eines der ersten Konzentrationslager im Dritten Reich. Es war Vorbild für die späteren Lager, etwa für Auschwitz, Majdanek, Treblinka. Daher fand dort das Vorbereitungstreffen für die Fahrt nach Auschwitz und Krakau statt, die die Schülerinnen und Schüler der Gost 12, der HHO sowie die Berufsschüler aus den Bereichen Medizinische Fachangestellte und Großhandel in der ersten Februarwoche gemeinsam mit den drei begleitenden Lehrern unternehmen werden. Esterwegen war der Anfang, Auschwitz bildete das Ende der Vernichtung von Millionen Juden, Kommunisten, Homosexuellen, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, Kriegsgefangenen und vielen anderen Gruppen, deren einziges Vergehen es war, anders zu sein, als es die Nazis vorgaben.

An diesem Tag gingen die Schülerinnen und Schüler auch eigenständig auf Spurensuche. In kleinen Gruppen wurden Quellen ausgewertet, um das Leben von drei Personen des Lagerlebens exemplarisch zu erkunden: eines Häftlings, der aus Rheine nach Esterwegen gebracht worden ist, eines Gefangenen, der von Esterwegen nach Auschwitz verlegt wurde, und eines SS-Wachmannes, der von Esterwegen letztlich nach Auschwitz versetzt wurde. Die Ergebnisse ihrer Recherchen wurden schließlich den anderen präsentiert.

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren sich am Ende des Tages einig: Es war ein eindrucksvoller Auftakt, der neugierig macht auf die Fahrt nach Auschwitz und Krakau im Februar. 

Markus Doerr

 

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