2017 Auschwitz12

2017 Auschwitz622017 Auschwitz75„Und plötzlich bekommt das unvorstellbare Leid Gesichter – kahlgeschorene und abgemagerte Köpfe, denen jede menschliche Individualität fehlt“, sagt Max, Auszubildender im Groß- und Außenhandel. Er besucht zusammen mit 23 Mitschülerinnen und Mitschülern aus der Höheren Handelsschule, dem Wirtschaftsgymnasium und Auszubildenden zur Medizinischen Fachangestellten die Gedenkstätten des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz. Die Schülergruppe besichtigt, dank der Unterstützung der Stiftung „Erinnern ermöglichen“, die diese Fahrt großzügig finanziell fördert, gemeinsam mit ihren Lehrern Cathrin Fielers, Karsten Holl und Markus Doerr die gesprengten Krematorien von Birkenau, die Baracken sowie die ausgestellten Gegenstände, die den Häftlingen abgenommen worden sind, bevor sie in die Gaskammern getrieben wurden.

Besonders unter die Haut geht allen der große Raum, in dem mehrere Tonnen Häftlings-Haar ausgestellt ist, das zu Teppichen, Matratzen und Strümpfen verarbeitet werde sollte. „Der Einzelne wurde nicht mehr als wertvoller Mensch, sondern nur noch als Nutzobjekt für ökonomische Zwecke gesehen“, sagt Linda. Den Schülerinnen und Schülern wird klar, dass dieser menschenverachtende Geist ansatzweise auch heute noch wirksam ist, etwa wenn Menschen wie Waren behandelt werden: Erinnerung als Schlüssel, um die Gegenwart besser zu verstehen. „Besonders im Gedächtnis bleiben auch die an die Wände gemalten Bilder von Kindern, die nach Auschwitz deportiert wurden und die dort das Erlebte in ihren Wandmalereien verarbeiteten“, sagt Svenja.
Die abstrakten Zahlen, die die Schüler aus dem Unterricht kennen, werden nun konkret. Zum Vorschein kommen Menschen mit ihren ganz konkreten Hoffnungen und Lebensgeschichten. Und was die Schüler sehen, verstört und erschüttert alle.
Besonders berührt ist Sarah, als sie die zurückgelassenen Koffer, Schuhe und Bürsten entdeckt. Gegenstände, deren Besitzer zu Asche verbrannt worden sind. Eine Flut von Eindrücken, die die Gruppe besonders nachdenklich macht, wenn sie sich vor Augen führt, wie sich unsere Welt gerade verändert. Was passiert, wenn Demokratie und Menschenrechte mit Füßen getreten werden, ist wohl kaum greifbarer zu erfahren als in Auschwitz. Deshalb sind der Umgang mit den Flüchtlingen und die bevorstehenden Wahlen in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden immer wieder Themen in Gesprächen. Aus gutem Grund ist diese Fahrt ein wichtiger Bestandteil der Schulgemeinschaft der Kaufmännischen Schulen.
Neben der Begegnung mit dem Grauen findet die Gruppe aber auch Gelegenheit, in Oswiecim und in Krakau den Spuren jüdischen Lebensalltags nachzugehen, aber auch dem heutigen Polen mit seinem besonderen Charme zu begegnen.
Zurück an den Kaufmännischen Schulen werden die Erlebnisse sicher weiter Gesprächsstoff bleiben. Die Gruppe hat sich vorgenommen, in einer Ausstellung, eine breitere Öffentlichkeit an dem Erlebten teilhaben zu lassen. So „Dass es in Erinnerung bleibe“.

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