Gedenkstättenleiterin sprach über Zwangssterilisation und Euthanasie

2015 Gastvortrag Gedenkstätte Polen32015 Gastvortrag Gedenkstätte Polen1„Dass das Unkraut vernichtet werde...“, so lautete der Titel eines Vortrages, den Dr. Ute Hoffmann an unserer Schule über die Euthanasie-Gedenkstätte in Rheines Partnerstadt Bernburg hielt. In deren Gaskammer fanden mehr als 14. 000 Menschen einen gewaltsamen Tod. Begrüßt wurde die Leiterin der Gedenkstätte für die Opfer der NS „Euthanasie“ in Bernburg von unserem ehemaligen Schulleiter Clemens Schöpker, der im Namen des Städtepartnerschaftsvereins sprach.

2015 Gastvortrag Gedenkstätte Polen2Dr. Hofmann, die schon seit 27 Jahren in der Gedenkstätte arbeitet, berichtete von tausenden kranken, behinderten, alten oder sozial auffälligen Menschen, die zwischen 1933 und 1945 im Rahmen der nationalsozialistischen Gesundheits- und Rassenpolitik auf nicht menschenwürdige Weise diskriminiert, verstümmelt und ermordet wurden. Viele der Morde fanden im Kellergeschoss in einer Gaskammer statt, in der Menschen auf grausamste Weise um ihr Leben kamen. Unter den 127 willigen Helfern, die ermittelt werden konnten, befanden sich Ärzte, Pflegepersonal, Juristen und Verwaltungsangestellte.
Aufgrund begrenzt verfügbarer Krankenhausbetten zur Zeit des 2. Weltkrieges nahm die Zahl der Zwangssterilisationen ab und die Zahl der Euthanasiefälle zu.
Auch Kinder waren von diesem grausamen Schicksal betroffen. In der Kinderfachabteilung wurden von 1940 – 1945 durch Vergasung, Aushungern oder einer Überdosis Medikamente zahlreiche Kinder getötet.
Die Euthanasieanstalt finanzierte sich durch das Geld der Krankenkassen, das sogar zur Bezahlung des Personals diente. Dieses fälschte die Todesurkunden ihrer Opfer und änderte den Zeitpunkt des Todes, um weiterhin Geld ihrer Krankenkassen in Anspruch nehmen zu können. Außerdem wurden Todesort und Todesursache skrupellos manipuliert. Um auch Familienangehörige zu täuschen, gaben sie einen weit entfernten Ort ihrer Ermordung an, um einen möglichen Besuch zu vermeiden. Damit die Familien keinen Verdacht schöpften, wurden sogar Trostbriefe gefälscht.
Mittlerweile erinnert nur noch das Gebäude in Bernburg an die grausamen Taten, die dort verübt wurden. Ende der 80er Jahre begann der Aufbau der heutigen Gedenkstätte, die schon von zahlreichen Interessierten besucht wurde.
Dr. Ute Hoffmann beantwortete nach dem Vortrag gerne weitere Fragen der Zuhörer. Alles in allem war es ein sehr interessanter und informativer Vortrag, den sich alle Beteiligten gerne angehört haben.

Anna Sprengel, Justus Kersten

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