Gedenkstättenfahrten

Besuch in der „Euthanasie“-Gedenkstätte in Bernburg

2017 Bernburg privat1Eine Vergnügungsfahrt in die Partnerstadt Bernburg war diese Bürgerfahrt gewiss nicht. Es war vielmehr eine Reise in die deutsche Vergangenheit. Schüler unseres Wirtschaftsgymnasiums und des Dionysianums mit ihren Lehrern sowie 20 Bürger der Stadt Rheine hatten das Angebot des Städtepartnerschaftsvereins Rheine und des Arbeitskreises „Gedenken und Erinnern“ zum Besuch der Gedenkstätte für die Opfer der NS-„Euthanasie“ Bernburg angenommen.
Nach der Ankunft in Bernburg und einer Stadtführung durch den Schlossbezirk durch Uwe Hennig, den Vorsitzenden des Partnerkomitees Bernburg, ging es zur Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie während der Nazizeit. 
Foto: Die gemischte Reisegruppe aus Schülern und Bürgern vor der Gedenkstätte Moritzplatz.

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2017 Auschwitz622017 Auschwitz75„Und plötzlich bekommt das unvorstellbare Leid Gesichter – kahlgeschorene und abgemagerte Köpfe, denen jede menschliche Individualität fehlt“, sagt Max, Auszubildender im Groß- und Außenhandel. Er besucht zusammen mit 23 Mitschülerinnen und Mitschülern aus der Höheren Handelsschule, dem Wirtschaftsgymnasium und Auszubildenden zur Medizinischen Fachangestellten die Gedenkstätten des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz. Die Schülergruppe besichtigt, dank der Unterstützung der Stiftung „Erinnern ermöglichen“, die diese Fahrt großzügig finanziell fördert, gemeinsam mit ihren Lehrern Cathrin Fielers, Karsten Holl und Markus Doerr die gesprengten Krematorien von Birkenau, die Baracken sowie die ausgestellten Gegenstände, die den Häftlingen abgenommen worden sind, bevor sie in die Gaskammern getrieben wurden.

2017 Esterwegen1 2017 Esterwegen2 „Dass es in Erinnerung bleibt“, so lautet das Motto, unter dem die Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz und Krakau im Februar stattfinden wird. Auf diese Fahrt haben wir uns vorbereitet und uns dazu in die Gedenkstätte Esterwegen ins Emsland begeben.

Die Busfahrt begann früh am Morgen und alle waren gespannt auf das, was uns erwarten sollte. Angekommen in Esterwegen stellten wir fest, wie die Kälte, unterstützt vom Wind, uns allen an die Substanz ging. An dieser Stelle war es nicht gerade ermutigend, von unseren Lehrern zu erfahren, dass uns, wenn wir Pech haben, in Auschwitz bis zu -20 Grad erwarten.

2016 Zeitzeugin Kretz6Wie oft sagt man schon: „Ich kann nicht mehr“? Ganz gleich, ob es ein Jugendlicher ist, der mit all seinen Problemen zu kämpfen hat, oder ein Erwachsener, der ein stressiges Leben führt. Wir alle glauben immer, das Schicksal hat uns am Schlimmsten getroffen und meint es alles andere als gut mit uns. Aber gerade in der heutigen Zeit sind wir Menschen viel zu verwöhnt, um zu merken, was für ein schönes Leben wir eigentlich führen.

Diese Erkenntnis hat auch mich getroffen, als uns Henriette Kretz an ihrer Geschichte teilhaben ließ. Es war eine Geschichte voller Hass, Ausgrenzung und Verurteilung, die ihr frühes Leben gekennzeichnet hat. Zu früh, wenn man bedenkt, dass sie bereits mit fünfeinhalb Jahren das Wort „Krieg“ kennenlernte und dessen Sinn dahinter verstand. Zu früh, wenn man bedenkt, dass sie mit acht Jahren lieber vor Hunger sterben wollte, als von Menschen erschossen zu werden, die nicht das Recht dazu hatten.

Müssen wir uns, als dritte Generation mit der weit zurückliegenden Geschichte beschäftigen, um sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen?

2016 Auschwitzfahrt12016 Auschwitzfahrt3Wir, eine Gruppe aus 22 Schülerinnen und Schülern aus verschiedenen Vollzeit- und Berufsschulbildungsgängen unserer Schule, haben uns vom 1. bis 5. Februar 2016 zusammen mit den Lehrern Cathrin Fielers, Elke Simon und Markus Doerr auf den Weg nach Auschwitz gemacht, um hinter die Kulissen der Konzentrationslager Stammlager I und Birkenau zu schauen. Doch nicht nur dort haben wir etwas über jene grausame Vergangenheit erfahren, sondern auch in Krakau, unserem zweiten Reiseziel. Diese Fahrt wurde dankenswerter Weise großzügig gefördert durch die Bethe Stiftung, das IBB und auch durch den Förderverein unserer Schule.