Gedenkstättenfahrten

2018 Israel Vortrag Doerr1Vortrag weckt Lust auf Reise nach Israel: Im November 2017 hat der Kollege Markus Doerr (stehend, links) im Rahmen einer Fortbildung zwei Wochen lang Israel bereist. Davon erzählte er vor einigen Tagen. Vom Alltag in Israel. Von der vielschichtigen jüdischen Gesellschaft. Von der Bildungsarbeit in der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem und ihrem ernsthaften Bemühen, heute Schülerinnen und Schülern die Shoah zu vermitteln. Von wegweisenden israelisch-palästinensischen Friedensprojekten. Mit vielen Bildern und Geschichten gab er einen Einblick in dieses schwierige Land. Der Vortrag hat Lust gemacht, sich selbst einmal ein Bild von diesem Land zu machen. Und wer weiß, vielleicht ist es ja irgendwann auch einmal möglich, eine Studienfahrt mit interessierten Schülerinnen und Schülern zu organisieren.

Besuch in der „Euthanasie“-Gedenkstätte in Bernburg

2017 Bernburg privat1Eine Vergnügungsfahrt in die Partnerstadt Bernburg war diese Bürgerfahrt gewiss nicht. Es war vielmehr eine Reise in die deutsche Vergangenheit. Schüler unseres Wirtschaftsgymnasiums und des Dionysianums mit ihren Lehrern sowie 20 Bürger der Stadt Rheine hatten das Angebot des Städtepartnerschaftsvereins Rheine und des Arbeitskreises „Gedenken und Erinnern“ zum Besuch der Gedenkstätte für die Opfer der NS-„Euthanasie“ Bernburg angenommen.
Nach der Ankunft in Bernburg und einer Stadtführung durch den Schlossbezirk durch Uwe Hennig, den Vorsitzenden des Partnerkomitees Bernburg, ging es zur Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie während der Nazizeit. 
Foto: Die gemischte Reisegruppe aus Schülern und Bürgern vor der Gedenkstätte Moritzplatz.

2017 Auschwitz12

2017 Auschwitz622017 Auschwitz75„Und plötzlich bekommt das unvorstellbare Leid Gesichter – kahlgeschorene und abgemagerte Köpfe, denen jede menschliche Individualität fehlt“, sagt Max, Auszubildender im Groß- und Außenhandel. Er besucht zusammen mit 23 Mitschülerinnen und Mitschülern aus der Höheren Handelsschule, dem Wirtschaftsgymnasium und Auszubildenden zur Medizinischen Fachangestellten die Gedenkstätten des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz. Die Schülergruppe besichtigt, dank der Unterstützung der Stiftung „Erinnern ermöglichen“, die diese Fahrt großzügig finanziell fördert, gemeinsam mit ihren Lehrern Cathrin Fielers, Karsten Holl und Markus Doerr die gesprengten Krematorien von Birkenau, die Baracken sowie die ausgestellten Gegenstände, die den Häftlingen abgenommen worden sind, bevor sie in die Gaskammern getrieben wurden.

2017 Esterwegen1 2017 Esterwegen2 „Dass es in Erinnerung bleibt“, so lautet das Motto, unter dem die Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz und Krakau im Februar stattfinden wird. Auf diese Fahrt haben wir uns vorbereitet und uns dazu in die Gedenkstätte Esterwegen ins Emsland begeben.

Die Busfahrt begann früh am Morgen und alle waren gespannt auf das, was uns erwarten sollte. Angekommen in Esterwegen stellten wir fest, wie die Kälte, unterstützt vom Wind, uns allen an die Substanz ging. An dieser Stelle war es nicht gerade ermutigend, von unseren Lehrern zu erfahren, dass uns, wenn wir Pech haben, in Auschwitz bis zu -20 Grad erwarten.

2016 Zeitzeugin Kretz6Wie oft sagt man schon: „Ich kann nicht mehr“? Ganz gleich, ob es ein Jugendlicher ist, der mit all seinen Problemen zu kämpfen hat, oder ein Erwachsener, der ein stressiges Leben führt. Wir alle glauben immer, das Schicksal hat uns am Schlimmsten getroffen und meint es alles andere als gut mit uns. Aber gerade in der heutigen Zeit sind wir Menschen viel zu verwöhnt, um zu merken, was für ein schönes Leben wir eigentlich führen.

Diese Erkenntnis hat auch mich getroffen, als uns Henriette Kretz an ihrer Geschichte teilhaben ließ. Es war eine Geschichte voller Hass, Ausgrenzung und Verurteilung, die ihr frühes Leben gekennzeichnet hat. Zu früh, wenn man bedenkt, dass sie bereits mit fünfeinhalb Jahren das Wort „Krieg“ kennenlernte und dessen Sinn dahinter verstand. Zu früh, wenn man bedenkt, dass sie mit acht Jahren lieber vor Hunger sterben wollte, als von Menschen erschossen zu werden, die nicht das Recht dazu hatten.