2017 EuroPass Cork1Das Treffen im Besprechungsraum der Kaufmännischen Schulen ist eine Reise durch Europa im Schnelldurchlauf. Von Rheine geht es auf die grüne Insel Irland nach Cork und dann weiter über die Weltstädte London und Paris bis ins spanisch-heiße Valencia. Das ist wie Blättern in einem Europa-Reiseführer. Nur viel spannender. Denn neben den vielen nachhaltigen Eindrücken von Land und Leuten haben die 17 Schülerinnen und Schüler während ihrer Auslandspraktika auch wertvolle Erfahrungen für ihre berufliche Laufbahn machen können. Schulleiter Ralf König und Fachlehrer Marcus Maasen überreichten der „Reisegruppe“ nun den Europass. Dieses Zertifikat könnte in Zeiten der Globalisierung der Märkte das entscheidende Schriftstück in einer Bewerbungs-Mappe – und damit entscheidend für die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch - sein.

Mehr denn je legen die international tätigen Unternehmen Wert auf qualifizierte Fachkräfte, die über sehr gute Fremdsprachen-Kenntnisse verfügen. In diesem Punkt, da sind sich alle Schülerinnen und Schüler einig, lohnt sich das Praktikum in jedem Fall. So berichtet Pakeerathy Gansalingam von „einem einwöchigen Sprachkurs in London, der mir sehr geholfen hat“. Zustimmendes Kopfnicken in der Runde. Die neue Sprach-Sicherheit hat natürlich unmittelbare Auswirkungen auf den Englisch-Unterricht. „Aber sie ist vor allem auch eine Investition in die berufliche Zukunft“, ergänzt Englisch-Lehrer Maasen.
Das Erleben unterschiedlicher Unternehmens-Kulturen und Kennenlernen neuer Arbeitsprozesse in den Betrieben war für die Schülerinnen und Schüler aus dem Wirtschaftsgymnasium, der Höheren Handelsschule und den Ausbildungsgängen Industrie- sowie Groß- und Außenhandelskaufleute sehr lehrreich. „Das Auslandspraktikum kann man nur empfehlen, das sollte man erlebt haben“, sagt Bojan Bera. Und er verweist gleich auf einen ganz wichtigen Aspekt: „In Paris haben wir neben neuen Wörtern der französischen Sprache oder dem politischen System auch, was für uns wichtig war, Selbstständigkeit erlernt.“ Wieder große Zustimmung in der Runde.
Das Zurechtfinden in einer Großstadt, das Leben in einer unbekannten Gastfamilie, das Knüpfen von Kontakten mit Jugendlichen aus anderen europäischen Ländern, das kostet manchmal Mut und Überwindung. Ist aber eine wertvolle (Lebens-)Erfahrung. „Zurückblickend auf die vier Wochen in Cork kann ich sagen, dass es sich gelohnt hat. Man hat viel erlebt auch sich selbst ganz neu kennengelernt, dadurch das man auf sich allein gestellt ist, mit allem was dazu gehört, um in einer fremden Stadt zurecht zu kommen.“
Manchmal hilft dabei die Gastfamilie, so gut sie kann. Wie bei Patrick Klimczak etwa, der ein „tolles Zimmer mit Ausblick“ hatte, PC und Fahrrad gestellt bekam und sich dafür mit einem selbst gekochten polnischen Gericht bedankte. Nicht immer funktioniert aber alles reibungslos. Wenn die Chemie nicht stimmt, muss die Familie eben gewechselt werden. „Aber genau dies ist auch ein Ziel“, verdeutlicht Maasen. „Nicht aufzugeben, nicht auf Hilfe anderer zu setzen, sondern das Problem selbstständig zu lösen.“ Eben das sei als Erfolg zu werten und eine gute Schulung für Leben und Beruf.
Bei der Überreichung des Europasses fordert Schulleiter König die Schülerinnen und Schüler auf: „Sprechen Sie über Ihre Erfahrungen mit anderen. Schließlich ist Europa ein Friedensprojekt, in dem es seit über 70 Jahren keinen Krieg mehr gegeben hat.“
Gern informiert unser Europa-Team über die Möglichkeiten der Auslandspraktika an unserer Schule.

Den Europass bekamen:
Emily Kerkhoff, Patrick Klimczak, Luisa Fronhoff, Lara Cantauw, Luka Gerhard, Viktoria Badt,Valentin Masiak, Juilan Schröer, Mona Janning, Pakeerathy Ganesalingam, Maximilian Weis, Anne Zumdieck, Jill Wamelink, Eveline Arganow, Manuel Bröker, Diandra Lopes Alves, Bojan Bera.