2013 Jubiläum_Förderverein6Keine Frage, ein Vereinsjubiläum kann gefährlich sein. Lang(weilig)e Reden und ein nicht enden wollender Blick in die Vereinsgeschichte lassen den ein oder anderen Gast verstohlen-sehnsüchtig auf die Uhr schauen oder das Gähnen mühsam unterdrücken. Diese Klippen hat der Förderverein der Kaufmännischen Schulen auf der Feier zu seinem 20-Jährigen Bestehen allerdings  gekonnt umschifft. Das Beifall- und Lachsalven erntende Impro-Theater „Hals über Kopf“, eine stimmlich sowie instrumental hervorragend aufgelegte Lehrerband, der verdiente Förderpreis für das Organisatorinnen-Team des Sponsorenlaufs und zwei eher knappe Festreden - das sind die höchst bekömmlichen Zutaten für ein wohlschmeckendes Geburtstags-Menü.

Zum Foto: Reihe hinten: Der Förderverein Behne, Tilly, Heider zusammen mit Preisträgern "Sponsorenlauf" (von li.): Heidenreich, Moss, Menebröcker

Armin Tilly, seit 2004 der 1. Vorsitzende des Fördervereins, blickt in seiner Rede in der Aula der Schule zurück auf die Gründung des Vereins und kann den damaligen ersten Vorsitzenden Dr. Bernd Windhoff ebenso begrüßen wie den ehemaligen Schulleiter Clemens Schöpker. Zum Vorstand gehörten damals auch Marianne Gebel (heute Tepe), die noch an den Kaufmännischen Schulen unterrichtet, sowie Joachim Winnemöller. Schöpker, so zitiert Tilly aus dem Zeitungsartikel der MV, habe damals zum Anlass der Gründung gesagt, dass „zeitgemäßer Unterricht in einer beruflichen Schule Aufwendungen erfordert, die über das hinausgehen, was ein Schulträger finanzieren oder ein Kollegium aus eigener Kraft leisten kann.“ Förderung der beruflichen Erst-, Fort- und Weiterbildung sowie von Betriebspraktika für Auszubildende, Austausch mit Partnerschulen und Bildungseinrichtungen, Hilfe bei Erweiterung der technischen Ausstattung insbesondere aus dem Bereich der neuen Technologien, Beteiligung an Forschungs- und Entwicklungsprojekten sowie praxisnahe Lehrerfortbildung – diese Ziele hatte sich der Verein schon damals auf die Fahnen geschrieben. Der Förderverein startete mit 38 Mitgliedern, heute sind es 220 Schüler, Lehrer, Eltern, Ehemalige und Betriebe.

Die Liste der aktuellen Vereins-Aktivitäten heute ist lang und breit gefächert. Gefördert werden Klassenfahrten ins europäische Ausland sowie Orientierungstage, aber auch einzelne Schüler, die sonst an einer Schulveranstaltung nicht teilnehmen könnten. Das Selbstlernzentrum wurde und wird weiter vervollständigt, eine ganze Reihe von Unterrichts-Projekten ist mitfinanziert worden. Hier bleibt der Förderverein auch weiter ein guter Ansprechpartner, versichert Tilly.

„Ich habe stets die Wahrnehmung gehabt, dass dieser Verein viel Gutes tut,“ sagt Schulleiter Ralf König, selbst seit 19 Jahren Mitglied. Er bedankt sich besonders für die „unbürokratische Unterstützung von sozial benachteiligten Schülerinnen und Schülern - auch im Namen der Jugendlichen und der Eltern. Dieser Tätigkeitsbereich ist ein ganz, ganz wichtiges Feld.“ Zuwendungen in Form von Kunstwerken hätten dazu beigetragen, dass die Schule auch optisch sehr ansprechend sei. Zum Jubiläum hat der Verein zehn Bildschirmhalterungen für die „Klassenräume der Zukunft“ angeschafft. „Auch dafür ein herzliches Dankeschön“ In seinen Dank schließt König neben Tilly auch dessen Stellvertreter Jens Heider sowie die Geschäftsführer Annette Behne und Jürgen Rählmann ein.

Nach einer weiteren auflockernden Musikeinlage der Lehrerband ruft Tilly das Damen-Trio Hilke Heidenreich, Britta Menebröcker und Inga Moss auf die Bühne. Die drei Sport-Lehrerinnen organisieren in akribischer Arbeit jedes Jahr den Sponsorenlauf, 2014 findet dieser schon zum 9. Mal statt. Rund 500 Schülerinnen und Schüler drehen dann ihre Runden im Bentlager Wald. Angesichts dieser Zahl kann man ermessen, welche Vorbereitungszeit und Organisationsleistung hinter diesem Projekt steckt. Und so freuen sich die drei Kolleginnen über die Anerkennung – auch in Form der Preisgeldes von 300 Euro. Apropos Geld: Rund 3000 Euro kommen in jedem Jahr zusammen. Es profitiert davon jeweils eine außerschulische Institution wie etwa der integrative St. Antonius Kindergarten, die Suppenküche, das Frauenhaus, die psychosoziale Beratungsstelle, die Caritas oder die Aktion „Lichtblicke“ von Radio rst sowie das schuleigene „Projekt gegen Kindesmissbrauch und Kinderprostitution.“ Für dieses soziale Engagement gab es viel Applaus. Inga Moss bedankte sich, auch im Namen ihrer Kolleginnen, für den Förderpreis: „Das tut gut und motiviert uns zum Weitermachen.“ Ein großer Antrieb, jedes Jahr aufs Neue den Sponsorenlauf durchzuführen, sei vor allem die Erkenntnis, „dass das Geld in den sozialen Einrichtungen der Stadt dringend gebraucht wird und wir somit wirklich helfen können“, so Moss. Die Dankschreiben sprächen eine deutliche Sprache „und belegen eindrucksvoll, dass unsere Spenden an die richtige Adresse kommen.“ 

Wer ohne Text im Kopf und gänzlich ohne Manuskript auf die Bühne geht, ja komplett ohne Ahnung ist, was in den nächsten Minuten passieren wird, der sollte ebenso mutig wie schlagfertig sein. Kreativität muss sich auf Zuruf in Sekundenschnelle einstellen. Langsamdenker und Ideenlose haben beim Impro-Theater „Hals über Kopf“ aus Ibbenbüren keine Chance. Und wozu werden Nina Wierzbitza, Rainer Möller und Patric Sohrt in einer Schule aufgefordert: Szenen aus dem Lehrerzimmer zu spielen, natürlich. Und das gelingt ihnen nach fünf Sekunden Bedenkzeit so eindrucksvoll hintergründig-humorvoll, dass sie schon nach den ersten Sätzen das Publikum auf ihrer Seite haben. Die Darsteller stellen sich aber auch den weiteren Anforderungen des Publikums, zeigen sich höchst wandlungsfähig und transferieren vorgegebene Begriffe augenblicklich in eine witzige Geschichte. Das breite Repertoire von Mimik, Gestik und Stimme wird dabei voll ausgeschöpft. Schallendes Gelächter im Publikum - auch mitten in den Szenen – und langanhaltender Beifall ist verdienter Lohn der Spontan-Theater-Gruppe. Prädikat: (weiter-)empfehlenswert. 

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