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Diese Frage muss ja kommen. Und wahrscheinlich hat sie Jing Yan auch schon erwartet. Zumindest ist sie nicht sehr überrascht, als sie gestellt wird. Deutsche fragen das eigentlich immer. Das weiß sie mittlerweile. Nein, nicht alle Chinesen essen generell Hunde. Das ist ein hartnäckiges Vorurteil.

Dies stellt die junge Frau aus der Millionenstadt Dalian im Norden Chinas gleich mal richtig. Es gebe zwar wenige kleine Provinzen, in denen „Hund“ schon mal auf der Speisekarte stehe. „Aber ich habe es noch nicht probiert“, sagt sie mit einem Lächeln. Die 31-Jährige aus dem bevölkerungsreichsten Land der Erde ist zu Gast an den Kaufmännischen Schulen und berichtet den Schülerinnen und Schülern aus den Wirtschaftsgeographie-Kursen der Höheren Handelsschule und der G 11 des Wirtschaftsgymnasiums über ihre Heimat.

Vor acht Jahren kam sie nach Deutschland, hat sich sehr gut eingelebt und vor zwei Monaten ihr BWL-Studium an der Hamburger Universität mit dem Master abgeschlossen. Ihre Eltern leben in China - und haben wohl oft Sehnsucht nach der Tochter, denn auf Grund der Ein-Kind-Politik hat Jing Yan keine Geschwister. So verknüpft sie gleich ihre persönliche Lebensgeschichte mit den besonderen Lebens-Umständen in China. Das wirkt authentisch und kommt bei den Schülerinnen und Schülern sehr gut an.

In einer Power-Point-Präsentation bringt sie ihnen ihr Heimatland nahe. Sie gibt Einblicke in den chinesischen Alltag und zeigt, wie ihre Landsleute wohnen, was sie essen und präsentiert eindrucksvolle Bilder von den Schönheiten des Landes, wobei die Chinesische Mauer als beeindruckendes Bauwerk natürlich herausragt. Offen beantwortet sie die vielen Fragen der Schülerinnen und Schüler, die gebannt zuhören und die Gelegenheit nutzen, Informationen über China und seine 1,3 Milliarden Einwohner aus erster Hand serviert zu bekommen. Die Kultur der Chinesen mit ihren vielen Symbolen, etwa dem Drachen oder dem Panda, wird ihnen spannend vor Augen geführt.

Der Kontakt zu Jing Yan kam über Lehrerin Verena Dohrmann zustande, die die Gastfamilie der Chinesin kennt. Schnell kam sie auf die Idee, den Unterricht in Wirtschafts-Geographie im wahrsten Sinne des Wortes lebendig werden zu lassen und Jing Yan einzuladen. Und diese nutzt die Gelegenheit, sich als gute Botschafterin ihres Landes zu erweisen.

Viel Spaß haben alle, als sie ihre Zuhörer motiviert, chinesisch zu sprechen. Nicht ganz leicht bei einer Sprache, der kein Alphabet zu Grunde liegt. Schließlich gelingt es ihr sogar, den Schulleiter zu einem öffentlichen Sprach-Bekenntnis zu bewegen. Ralf König offenbart, dass er in der Vergangenheit selber ein Jahr chinesisch gelernt hat. Was liegt da näher, als diese Kenntnisse gleich einmal zu testen und ihn zu einem Dialog mit den Schülern aufzufordern.

Das Gespräch mit der Frau aus dem fernen Asien ist so intensiv, dass einige Themen gar nicht mehr besprochen werden können. Der Pausengong beendet das Gastspiel von Jing Yan an den Kaufmännischen Schulen: „Aber ich bin sicher, dass der ein oder andere sich nach diesem Besuch weiter mit China beschäftigen wird“, glaubt Verena Dohrmann. Jing Yan würde es freuen...