2014 Handel Besuch Schmitzwerke1Besuch im Betrieb: Die HOs der KFM-Schulen besuchten die Schmitz-Werke in Emsdetten. Wie bitte? Technischer Konfektionär? Was ist das denn? Von diesem Beruf hat Dennis bislang noch nichts gehört. Und seine Mitschülerinnen und Mitschüler aus der Oberstufe der Handelsschule auch nicht. Bei der Vorbereitung auf die Besichtigung der Schmitz-Werke GmbH + Co. KG provoziert diese Bezeichnung im Unterricht höchstens ein Stirnrunzeln. Nie gehört! Des Berufe-Rätsels Lösung bringt dann der Rundgang durch die weitläufigen Produktionshallen des Schmitz-Stammwerkes in Emsdetten. Der Technische Konfektionär (oder die Konfektionärin) beschäftigt sich mit der Herstellung von Markisentüchern. Da jede Markise ein individuelles Einzelstück ist, werden die Tücher nach vorgegebenen Maßen berechnet, geplant und passend hergestellt. Wie das genau funktioniert, das bekommt die Besucher-Gruppe von den Kaufmännischen Schulen anschaulich demonstriert, denn sie kann den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern während der Arbeit über die Schulter schauen und sich so einen guten Eindruck verschaffen.

 

Die berufliche Orientierung wird in der Oberstufe der Handelsschule groß geschrieben. Das lässt sich leicht daran erkennen, dass die Vorbereitung auf das Berufsleben im regulären Stundenplan der beiden Klassen fest verankert ist. Neben der intensiven Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, der gemeinsamen Suche nach Ausbildungsplätzen und dem Bewerbungs-Training ist der Blick in die Betriebe ein weiterer wichtiger Baustein.
Da trifft es sich gut, dass die Schmitz-Werke nur eine Zehn-Minuten-Zugfahrt von der Schule entfernt liegen und sofort bereit sind, ihre Werkstore zu öffnen. Das alteingesessene Unternehmen, 1921 gegründet, produziert in vierter Generation Markisen, Markisentücher, Freilufttextilien sowie Dekorationsstoffe und Vorhänge in einer Vielzahl von Varianten, Formen und Farben. Besonders interessant ist das Unternehmen für die beiden Oberstufen-Klassen, weil die Schmitz-Werke sowohl in kaufmännischen als auch technischen Berufen die unterschiedlichsten Ausbildungs-Möglichkeiten anbieten. Christine Korte aus der Personalabteilung stellt bei ihrer Begrüßung heraus, dass der Betrieb mit seinen rund 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer auf der Suche nach guten Nachwuchskräften ist.
Vier von ihnen lernen die Schülerinnen und Schüler anschließend kennen, denn die Führung durch die Hallen des Textil- und Markisenwerkes übernehmen Auszubildende. Der Blick in einen der 14 Kessel, in dem die Garne bei 135 Grad gefärbt werden, ist ebenso möglich wie ein Gang zwischen den Webmaschinen, von denen es auf 4000 Quadratmeter gleich 72 gibt. Angesichts des laut ratternden Maschinenparks lässt sich schnell nachvollziehen, dass hier wöchentlich 105.000 Meter Gewebe produziert werden können. Leicht lassen sich die Arbeitsschritte von der Vorbereitung des Garnes bis hin zum Bedrucken des fertigen Stoffes und schließlich der Lagerung verfolgen. Schonender Umgang mit Wasser, Abwasser und Chemikalien, so betonen die Azubis, gehöre dabei zur Unternehmens-Philosphie.
Im Anschluss an den Rundgang nimmt sich Christine Korte Zeit, um mit den Schülerinnen und Schülern über das Thema Bewerbung zu sprechen. Sie weist eindringlich darauf hin, dass unentschuldigte Fehlzeiten ein Ausschluss-Kriterium sind: „Ein, zwei Stunden lassen sich im Bewerbungsgespräch vielleicht noch plausibel erklären. Das kann vorkommen. Wenn es mehr sind, zweifeln wir dann schon an der Zuverlässigkeit des Bewerbers." Anschließend gibt sie Tipps für das Gespräch und weist darauf hin, dass die Schmitz-Werke vor allem für den technischen Bereich noch Auszubildende suchen. Zum Beispiel als technischer Konfektionär. „Wer die Ausbildung absolviert, hat anschließend viele Möglichkeiten, sich weiter zu bilden, etwa zum Meister", meint Christine Korte. Das lässt Dennis aufhorchen, er hat sich schon beim Rundgang für diese Abteilung sehr interessiert. „Ich glaube, ich werde mich bewerben", lautet sein Fazit und steckt die Visitenkarte von Christine Korte sorgfältig in die Tasche.