Informationen zum Ausbildungsberuf

Glücklich ist, wer einen Ausbildungsplatz bei einer Bank oder Sparkasse bekommen hat.
Denn das bedeutet eine anspruchsvolle Ausbildung in einem facettenreichen Beruf, einem Beruf, der auch heute noch gute Aufstiegsmöglichkeiten bietet, ohne ein Hochschulstudium absolviert zu haben.

Berufsschulunterricht als Blockunterricht

Zwei mal pro Jahr findet täglich Blockunterricht (sechs bis sieben Wochen) statt. Die aktuellen Termine finden Sie unten.

Berufsbezogene Fächer und Übersicht über die Lernfelder

FachLernfelder
Allgemeine Wirtschaftslehre
  • Privates und betriebl. Handeln am rechtlichen Bezugsrahmen ausrichten
  • Modelle für Marktentscheidungen nutzen
  • Einflüsse der Wirtschaftspolitik beurteilen

Bankbetriebslehre

  • Konten führen
  • Geld- und Vermögensanlagen anbieten
  • Besondere Finanzinstrumente anbieten und über Steuern informieren
  • Privatkredite bearbeiten
  • Baufinanzierungen und Firmenkredite bearbeiten
  • Auslandsgeschäfte abwickeln

Rechnungswesen und Steuerung

  • Unternehmensleistungen erfassen und dokumentieren
  • Kosten und Erlöse ermitteln und beeinflussen
  • Dokumentierte Unternehmensleistungen auswerten

Berufsübergreifende Fächer

Deutsch/Kommunikation, Religionslehre, Sport/Gesundheitsförderung und Politik/Gesellschaftslehre.

 

Ansprechpartner

MT

Thomas Miethe
Tel.: 05971 9208-0
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

WH

Jörg Weinbach

 

 

 

Blocktermine

SJ 2015 / 2016 pdf icon Blocktermine

SJ 2016 / 2017 pdf icon Blocktermine

SJ 2017 / 2018 pdf icon Blocktermine

SJ 2018 / 2019 pdf icon Blocktermine

SJ 2019 / 2020 pdf icon Blocktermine

 

Das zeichnet uns aus

Im Wettbewerb um attraktive Stellen sind auch für angehende „Banker“ Zusatzqualifikationen ein entscheidender Punkt! Im Rahmen des regelmäßig stattfindenden Fremdsprachenunterrichts kann das KMK-Fremdsprachenzertifikat erworben werden (Niveaustufen II (B1: „Threshold“) oder III (B2: Vantage“)).

Zur Motivation der Schüler und Lehrer trägt nicht zuletzt die gute Ausstattung des Klassenraumes bei: sechs Personalcomputer mit angeschlossenem Drucker und ein fest installierter Beamer, die von den mit uns zusammen arbeitenden Banken und Sparkassen gesponsert wurden:

Sparkasse Rheine, Verbundsparkasse Emsdetten-Ochtrup
Volksbank Greven eG, Volksbank Nordmünsterland eG
sowie die TARGOBank AG & Co. KGaA

Die (spontane) Recherche im Internet, etwa nach aktuellen Konditionen und Zinssätzen, praxisnahe computergestützte Berechnungen, z.B. im Rahmen des Kreditgeschäfts, und die zeitgemäße Präsentation von Arbeitsergebnissen sind so alltägliches Geschäft!

Ein weiterer praxisbezogener Bestandteil der unterrichtlichen Arbeit ist die Durchführung bzw. Simulation von Beratungs- und Verkaufsgesprächen zu allen Bereichen einer bankwirtschaftlichen Tätigkeit. Dazu werden auch schon mal  externe Trainer verpflichtet.

Um den Auszubildenden über die Prüfungsanforderungen der IHK hinaus beruflich relevante zusätzliche Einblicke und Kompetenzen zu vermitteln, wird in der Regel einmal während der Ausbildung eine dreitägige Exkursion durchgeführt. Hier haben die Schüler Gelegenheit, in den Zentren der Wirtschafts- und Finanzwelt (z.B. Frankfurt, Hamburg, Berlin, Düsseldorf oder Köln)  informative Gespräche mit den wichtigen Institutionen zu führen.

 

Öffnung des Religionsunterrichts für gesellschaftliche Realität:

Angehende Bankkaufleute informieren sich über Frauenhaus

Das ist unglaublich: 7 Uhr wecken; 7.10 Uhr Kleidung angeben; 7.15 Uhr Zahnpasta auf die Bürste drücken und anreichen; 7.20 Uhr Frühstücksbrote schmieren. So lautet der Befehl des Mannes an die Ehefrau. Auf einem Zettel niedergeschrieben. Tag für Tag.Und wenn das nicht funktioniert, gibt es Schläge. Das ist unglaublich? Nein, das ist Realität. Im Klassenraum herrscht ungläubiges Kopfschütteln. Die angehenden Bankkaufleute aus der Unterstufe der Kaufmännischen Schulen können so recht nicht glauben, was Sabine Fischediek ihnen da gerade im Religionsunterricht erzählt hat. Doch die Sozialarbeiterin, die seit 25 Jahren im Frauenhaus in Rheine arbeitet, ist weit davon entfernt, zu dramatisieren. Sie schildert einfach nur das schreckliche Schicksal einer Frau, die in Rheine schließlich Hilfe gefunden hat. Schnell wird klar: Das heute ist keine Unterrichtsstunde, die man einfach so abhakt. Es ist eine Unterrichtsstunde, die nachwirkt. Noch lange nach dem Pausengong. Und weit über den Schultag hinaus.

Das Frauenhaus ist ein Zufluchtsort für Frauen und Kinder, die unter häuslicher Gewalt zu leiden haben. „Laut einer Studie ist jede vierte Frau davon betroffen", stellt Fischediek heraus, dass es sich keinesfalls um eine Randerscheinung unserer Gesellschaft handelt. Dennoch ist die Einrichtung in Rheine, 1987 gegründet, im Kreis Steinfurt die einzige. Hier kümmern sich zwei Sozialarbeiterinnen, eine Erzieherin für die Kinder sowie eine Hauswirtschafterin um Frauen, die jahrelang körperlich, aber auch psychisch misshandelt wurden.

Was Sabine Fischediek erzählt, erinnert oft an Szenen aus einem Horror-Roman: Da installiert ein Mann in allen Wohnräumen Kameras, um seine Frau lückenlos zu überwachen und zu kontrollieren. Da verbieten die Männer sämtliche soziale Kontakte, um ihre Frauen restlos abhängig zu machen. „Weil die Frauen kein soziales Umfeld mehr haben, fällt ein Ausbrechen aus der Beziehung dann natürlich umso schwerer",verdeutlicht Fischediek. Schläge, weil zu lange telefoniert wurde. Schläge wegen einer verschütteten Tasse Tee. Stundenlanges Knien auf Reiskörnern, weil das besonders große Schmerzen verursacht. Sabine Fischediek kennt mittlerweile jede Variation von Gewalt und Brutalität gegen Frauen. Warum tun Männer das? „Aus sehr unterschiedlichen Gründen", meint die Sozialarbeiterin. Eigene Gewalterfahrungen, Ausgleich von Minderwertigkeits-Komplexen, die Liste der Ursachen sei lang.

Gewalt gegen Frauen komme in allen Gesellschaftsschichten vor, bei deutschen und ausländischen Familien, unabhängig von Einkommen und Bildung. Während die Klasse darüber diskutiert, warum die Frauen nicht früher Hilfe im Frauenhaus suchen, schockt Fischediek sie mit einer Zahl: „Von jährlich etwa 100 Frauen, die in Rheine Zuflucht suchen, gehen 60 zu ihrem Mann zurück." Die Frage, die dann kommt, ist unweigerlich klar: Wieso denn das? „Nun, die Frauen berichten oft, dass der Mann, mit dem sie unter Umständen jahrelang zusammen waren und Kinder haben, durchaus auch seine guten, zärtlichen Seiten hat. Es ist schwer, ein gemeinsames Leben einfach zu beenden", sagt die Sozialarbeiterin. „Vor allem auch wegen der gemeinsamen Kinder."

Das Frauenhaus verfügt über 21 Betten für Frauen und zusätzlichen Kinderbetten. „Hier können alle erst einmal Ruhe und zu sich selber finden," sagt Fischediek. „Wichtig ist das Zuhören, das Mut machen und einen neuen Lebensplan zu finden", umschreibt die Sozialarbeiterin ihre Ziele. „Aber viele Frauen haben eben Angst, sich ein neues Leben aufzubauen, weil sie nicht auf ein intaktes soziales Umfeld zurückgreifen können."

Sabine Fischediek beeindruckt die Klasse nicht nur durch ihre Schilderungen, sondern auch als Person. Vor allem deshalb, weil sie nicht Mitleid heischend dauerbetroffen auf die Tränendrüsen drückt, sondern ehrlich-authentisch die Fakten nennt. Und trotz des ernsten Themas die Schülerinnen und Schüler auch zum Lachen bringt. Eine gute Botschafterin des Frauenhauses. Und ihr Hinweis, dass Spenden willkommen sind, bewirkt, dass die Klasse Kleidung sammelt. Und weil laut Fischediek „alle unsere Musik-CD´s Schnulzen sind", helfen die Schülerinnen und Schüler auch hier aus. E

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