2018 Bewerbungstraining Höha32018 Bewerbungstraining Höha2Kein Zweifel: Vom Bewerbungstraining haben beide Seiten etwas. Die Schülerinnen und Schüler aus der Unterstufe der Höheren Handelsschule, weil sie den „Ernstfall Bewerbungsgespräch“ simulieren und wichtige Rückmeldungen zu ihrem Gesprächs-Verhalten oder ihren Bewerbungsmappen bekommen. Und die Unternehmen, weil sie in Zeiten des Fachkräfte-Mangels ein erstes Auge auf potenzielle Auszubildende werfen können. „Das ist eigentlich eine klassische win-win-Situation“, sagt Deutschlehrer Karsten Holl, der die Trainingstage mit acht Klassen und über 200 Schülerinnen und Schülern sowie 14 Betrieben organisiert hat.

Doch das Training ist weit mehr als nur das Zusammenführen von Betrieben und Schülerschaft zum 20-Minuten-Talk. Bevor dieser letzte Baustein auf dem Stundenplan steht, muss erst einmal eine Basis geschaffen werden. Welcher Beruf interessiert mich, wenn ich das Fachabitur in der Tasche habe? Was kann ich gut? Was weniger? Klar werden darüber, was beruflich gehen könnte. Das ist zunächst ein wichtiger Schritt. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit höchst unterschiedlichen Ausbildungs-Berufen auseinander, erarbeiten Präsentationen dazu und stellen diese dann allen vor. Das ergibt einen guten Überblick in allen Klassen. Das erste Etappen-Ziel ist damit geschafft.

Wie sieht eine korrekte Bewerbung aus? Wie formuliere ich ein spannendes Anschreiben? Welche Informationen gehören in den Lebenslauf? Im fächerübergreifenden Unterricht bekommen die Unterstufen vielfache Hilfestellungen. Am Ende haben alle in einem Blocktag eine Bewerbungsmappe erstellt, die nun an die Unternehmen gesandt wird. Sie ist später eine wichtige Grundlage für die Bewerbungs-Gespräche.

Diesen geht eine Umfrage unter allen Schülerinnen und Schülern voraus. Denn damit die Trainings-Tage auch passgenau für alle Schülerinnen und Schüler organisiert werden können, sollen sie angeben, für welche Ausbildung sie sich interessieren. Diesen Wünschen entsprechend werden sie einem Bereich und einem Unternehmen zugeordnet. Dann kann es ja losgehen mit den Gesprächen?

Nicht ganz. Zur Vorbereitung auf die Trainings-Tage absolvieren die Klassen vorher einen vierstündigen Crash-Kurs mir coaches der AOK, sprechen außerdem mit Auszubildenden aus den Sparten Industrie, Groß- und Außenhandel, Einzelhandel, Büromanagement, Bank und Steuern. Die Basis muss halt stimmen.

Und dann endlich geht es ans Eingemachte: Simulation eines Bewerbungs-Gespräches. Dafür konnten in diesem Jahr gewonnen werden: apetito, AOK, Dachser, HolzLand Waterkamp, KTR, Stadtwerke Rheine, START NRW, Hardy Schmitz, Winter & Partner Steuerberatungsgesellschaft, markilux, Emsa, Provinzial Münster, Fislage Flexibles, Kortmann Beton und die Kreispolizeibehörde Steinfurt. Jetzt gilt es, die Personal-Profis zu überzeugen: mit der Bewerbungsmappe, mit der Arbeits-Einstellung, mit Kenntnissen über Beruf und Unternehmen, mit der möglichst perfekten Präsentation der eigenen Person.

Und die Reaktionen gibt’s ebenso postwendend wie unverblümt. Erst einmal: Wichtige Tipps zur Bewerbungs-Mappe sind dabei für alle hilfreich. Der Hinweis auf übergroße Nervosität und deren Wirkung wird da ebenso gegeben wie die Kritik formuliert, dass ein Gespräch nur dann Erfolg bringen kann, wenn man weiß, was das Unternehmen herstellt.

Aber auch Erfolgserlebnisse lassen sich verbuchen und geben Auftrieb für die eigentliche Bewerbungs-Phase. Von „Ich hätte Sie sofort eingestellt“ bis hin zur direkten Aufforderung „Bitte bewerben Sie sich bei uns!“ reicht die Spannbreite der positiven Rückmeldungen. So ist dieser Trainings-Tag für einige sogar tatsächlich der erste Schritt zum Ausbildungsplatz. Wie gesagt: Vom Bewerbungstraining haben beide Seiten etwas.

 

2018 Bewerbungstraining Höha1Das Bewerbungstraining führten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus folgenden Betrieben durch (v.l.n.r.): Frau Faber (Emsa), Herr Otte (Kreispolizeibehörde Steinfurt), Frau Fabian (Emsa), Herr Kösters (Fislage Flexibles), Frau Tillmann (Kortmann Beton), Herr Holl (Lehrer, Frau Hagenah (Provinzial Münster), Herr Grabbe (AOK). Ebenfalls eingebunden, aber nicht im Bild: Frau Hagedorn (Apetito), Frau Horstmann (KTR), Frau Müller (HolzLand Waterkamp), Frau Maurer (KTR), Frau Wehlage (Stadtwerke Rheine), Frau Chapman (START NRW), Frau Lueke (Stadtsparkasse Rheine).