Gewaltprävention

Seit diesem Schuljahr bieten die Kaufmännischen Schulen ein neues Projekt an. In der Handelsschule steht das Thema „Gewaltprävention" auf dem Stundenplan. In jeweils acht Doppelstunden soll in den beiden Klassen der Unterstufe unter anderem das Verständnis für das Entstehen von Konflikten entwickelt werden. Die Pädagogen Hermann-Josef Struck und Olaf Timmermann haben sich in einer sechsmonatigen Ausbildung der Bezirksregierung Münster zum Gewaltpräventions-Trainer intensiv auf die Arbeit mit den Klassen vorbereitet.

„Grenzziehung mit Herz"

Projekt startet mit Handelsschülern / Opferperspektive

IMG 8213Die Schülerinnen und Schüler aus der Handelsschule sitzen im Stuhlkreis und blicken gespannt nach vorn in Richtung Tafel. Die Lehrerkollegen Hermann-Josef Struck und Olaf Timmermann erläutern gerade, worum es beim Gewaltpräventionstraining (GPT) gehen soll. „Grenzziehung mit Herz" - dieser Leitsatz könnte als Motto über dem gesamten Projekt stehen, erläutern die beiden Lehrer und gehen dann ins Detail. Das Training soll bei den Teilnehmern Verständnis für das Entstehen von Konflikten wecken. „Wir wollen dabei vor allem die Opferperspektive einnehmen und uns fragen, wie man es vermeiden kann, ein Opfer zu werden", zeigt Struck die Ziele auf. Es geht darum, Konflikte abzuschwächen, statt das Feuer weiter zu schüren. „Sich nicht provozieren zu lassen, aber klare Strukturen und Grenzen setzen, das wollen wir trainieren", meint Timmermann.

In jedem Fall wollen beide vermitteln, dass der Respekt vor jeder Person wichtig ist. „Konfrontation unter Beibehaltung der Wertschätzung des Anderen", das ist ein wichtiges Ziel des Projektes.

Mit dem Wortspiel „FAIRwandeln" (= Freudig Aggression in Respekt wandeln) geht es in die erste Kennenlernübung: „Geh schweigend in die Mitte." Dabei sitzen die Schüler im Stuhlkreis und die Trainer lesen einzelne Sätze vor, zu denen die Schüler Stellung nehmen sollen. „Heute ist nicht mein Tag" oder „Ich habe schon mal bei einer Arbeit gemogelt." Wer zustimmt, geht schweigend in die Mitte; ansonsten bleibt er/sie sitzen.

Mit dieser Übung lernen sich die Schüler zum einen untereinander kennen und können andererseits auch abschätzen, ob die Mitschüler aufrichtig sind. Weiterhin ist es für die Trainer beispielhaft eine Möglichkeit, am Anfang schnell die Voraussetzungen kennen zu lernen, mit denen die Schüler in das Training kommen. Vertraulichkeit ist vorher selbstverständlich ausgemacht.

Nach der Übung wird mit Allen reflektiert: „War es schwer zu antworten?" oder „Waren alle aufrichtig und ehrlich?" Da kann es dann auch schon mal richtig ins „Eingemachte" gehen. Das Eis ist gebrochen; das neue Projekt läuft ...