Crepes im Akkord - Lust auf Sprache wecken!

An einem Tag wie diesem ist keine Zeit für Interviews! Später gerne. Aber nicht jetzt. Obwohl es zur großen Pause geschellt hat, haben die zehn Schülerinnen aus der Unter- sowie der Oberstufe der Höheren Handelsschule (HHU 5 und HHO 5) alle Hände voll zu tun. Am improvisierten Verkaufsstand in der Aula der Kaufmännischen Schulen hat sich in wenigen Minuten eine Schlange gebildet. Hungrige Mitschüler verlangen nach süßen Crepes: „Aber bitte mit Nutella!" Während die Crepe-Eisen im Akkord-Modus backen und die Lieferung der süßen Köstlichkeit einige Momente dauert, kann den Kuchen-Fans sofort geholfen werden. Die Auswahl ist groß und wohlschmeckend. Doch der Deutsch-Französische Tag an den Kaufmännischen Schulen beschränkt sich nicht auf kulinarische Angebote, sondern hat weit mehr zu bieten.
Mit großformatigen Plakaten und Postern stellen die Schülerinnen das Nachbarland Frankreich mit seinen Bürgern und Besonderheiten vor. Und so ganz nebenbei wollen sie die Lust wecken, die Sprache zu lernen, die für viele so melodisch klingt. Apropos Melodie. Im Hintergrund sorgen Chansons für ein typisch französisches Ambiente. Dazu der Duft der Crepes, der mittlerweile in der Aula die Oberhand gewonnen hat und die blau-weiß-roten Wimpel an der Decke – da wähnt sich so mancher tatsächlich für einige Minuten in Frankreich. Bis zur nächsten Mathe-Stunde...
Ein Hauptstadtvergleich zwischen Paris und Berlin weckt das besondere Interesse. An Sehenswürdigkeiten mangelt es beiden Metropolen nicht, das wird schnell klar. „Erst nach Berlin, dann direkt weiter nach Paris. Das wär's doch", macht ein Schüler erste Ferienpläne und beißt kräftig in seine Crepes.
Die Französisch-Schülerinnen aus der Höheren Handelsschule haben sich intensiv mit Frankreich beschäftigt und auch eine Umfrage unter den Mitschülern gemacht. Sie wollten wissen, welche Vorurteile sich denn hartnäckig halten. Wir Deutschen, so das Ergebnis, sind sehr pünktlich und ordentlich. Das ist keine Überraschung. Die Franzosen, na klar, sind charmant, sie sind romantisch – und sie lernen nicht gerne Fremdsprachen. Auch keine Überraschung. Per Power-Point werden die Umfrage-Ergebnisse präsentiert.
Am Ende ist Lehrerin Beate Kampmann, die mit den Schülerinnen den Tag vorbereitet hat, voll des Lobes: „In diesem Jahr war die Gruppe besonders engagiert, das Einkaufen, das Vorbereiten, alles klappte reibungslos." Und noch etwas freut sie: 100 Euro sind beim Crepes- und Kuchenverkauf zusammengekommen. Dieses Geld fließt in den nächsten Tagen auf das Konto der SOS-Kinderdörfer.

